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Tänzerisch in Form: Große Garde des Wimsheimer Carnevalvereins Hurrassel bei der Prunksitzung in der Hagenschießhalle.
Bunter Knalleffekt: Die Wimsheimer Showtanzgruppe hat das Thema „Bau“ auf der Narrenbühne tanzend umgesetzt. Fux
Den Orden erhält Peter Mayer (links) von Vorstand Andreas Hummel.
31.01.2016

Narren beweisen in Wimsheim wieder viel Wortwitz

In Prunksitzungen stecken oft monatelange Vorbereitungen und viel Herzblut der Akteure, egal ob im Garde- und Showtanz, aber auch in pfiffigen und ideenreichen Büttenreden. Das war beim Wimsheimer Carnevalsverein (WCV) nicht anders. Und eigentlich hatte die Sitzung mit solch tollen Wortbeiträgen noch mehr Knallpotenzial.

Doch in der vollbesetzten Hagenschießhalle verpuffte so mancher Wortwitz. Denn die Redner kämpften häufig gegen laut anhaltenden Kinderlärm direkt vor der Bühne an und obendrein verschlief die verpflichtete Band nahezu jeden Einsatz. Die Büttenredner, die es ohnehin nicht leicht haben, hatten also erschwerte Bedingungen.

Ganz anders Micha Schneider, der als Toilettenfrau statt „I can´t get no satisfaction“ der Rolling Stones prompt „Ich brauch‘ desinfection“ sang und die Halle so zum Lachen brachte.

Kommunalpolitik im Blick

Das Äußere, im Stile von Conchita Wurst, machte bei Büttenredner Georgina (Georg Mauch) vieles wieder wett. Beim Bummel über die Wihö gab es nicht nur einen Hamburger auf offener Flamme, sondern der gesamte Burger King stand in Flammen. Die Rückfahrt führte Georgina über viele gesperrte Straßen, darunter die Mönsheimer Ortsdurchfahrt oder die Wimsheimer Rathausstraße. „Zumindest weiß der Enzkreis, wie man Grenzen dicht macht“, so das fesche Mannsweib. Auch wolle sich so mancher Gemeinderat mit der Ortskernsanierung ein Denkmal setzen. Doch von einem Wimsheimer „Walk of Fame“ riet Georgina „bei der hohen Fluktuation der Gemeinderäte“ gänzlich ab.

Steffen Maurer vom Tiefenbronner Carnevalsverein (TCV) bringt nichts aus der Ruhe. Den betrunkenen Polizisten, den er mit ganzem Körpereinsatz, Sprache, Mimik und Gestik perfekt spielte, nimmt man ihm sofort ab.

Christel Drefs und Jana Martucci sind in Pforzheims Nachtleben, in „Charly‘s C-Club und nehmen sich selbst, aber auch die Männerwelt aufs Korn: „Wollen Sie verreisen?“ fragen die beiden bei Bürgermeister Mario Weisbrich nach und schieben keck die Erklärung hinterher: „Weil er die Haare schon eingepackt hat“. „Ich geb‘ es zu, ich sag‘ es laut, ich hab‘ mich fast nicht rausgetraut“, meint Hubert Sickinger kleinlaut, der sich als stärkste Ballettmaus westlich des Biets präsentierte und die Lachmuskeln strapazierte.

Zur Überraschung aller tauchte unter einem Spektakel der Wimsheimer Häsgruppe „Zäpflestroll“ prompt das Hau-Hu- Kinderprinzenpaar Annkathrin I. und Robin II. aus Neuhausen auf. Kein Wunder: Neuhausens Kinderprinz ist der Sohn von Wimsheims Hurrassel-Chef Andreas Hummel. „Ich war das erste Wimsheimer Troll-Baby“, verkündete Robin.

Bildergalerie: Prunksitzung des Wimsheimer Carnevalvereins in der Hagenschießhalle

Der Wimsheimer Narrensamen war auch bei der Prunksitzung tänzerisch gut vertreten, egal ob bei den Bambini als Biene Maja, als wilde „Matze-Katze“ oder in der kleinen und mittleren Garde. Auch die große Garde wirbelte über die Bühne und die Showtanz-Gruppe sorgte für Farbtupfer.

Wie unterschiedlich Pflege, je nach Geschlecht, im Altersheim aussehen kann, demonstrierten die Chaoten. Auch beim Thekengespräch war ihr Name Programm. Der Orden, den Peter Mayer in Übergröße verliehen bekam, ist in dieser Kampagne der Radsporthalle gewidmet.