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Das neue Feuerwehrgebäude in Straubenhardt: Die Baustoffe sind wiederverwertbar.  Foto: Thomas Reiter/Gemeinde Straubenhardt 

Neues Feuerwehrhaus setzt Maßstäbe: Straubenhardt weiht am 21. Mai die innovative Zentrale offiziell ein

Straubenhardt. 2015 wurde beschlossen, das nicht mehr zeitgemäße Feuerwehrwesen in Straubenhardt grundlegend zu verändern. Jetzt wurde der Prozess nach dem Motto „aus 6 mach 1“ vollendet. Das neue Feuerwehrhaus Straubenhardt ist fertiggestellt und damit ist auch die Zusammenlegung der ehemaligen sechs Feuerwehrabteilungen vollzogen. Seit April dieses Jahres sind sie vereint unter einem Dach. Am Samstag, 21. Mai, wird das moderne und innovative Gebäude mit einem Festakt und Tag der offenen Tür eingeweiht.

In der dreijährigen Bauzeit ist ein Feuerwehrhaus entstanden, das sich ganz dem Grundsatz von kreislauffähigem Bauen verschreibt. Es ist bundesweit eines der ersten Gebäude, das nach dem „Cradle to Cradle“-Prinzip („von der Wiege zur Wiege“) gebaut wurde. Die Idee und Initiative ging von der Gemeinde Straubenhardt aus, die seit 2019 auch erste baden-württembergische „Cradle to Cradle“-Modellgemeinde ist und unter anderem die Auswahl des Architekturbüros getroffen hat. So hat das Team vom Stuttgarter Büro „wulf architekten“ mit Ingmar Menzer das zukunftsfähige, optisch attraktive und technisch moderne Haus geplant. Eingesetzt wurden weitestgehend giftfreie Materialien, die sich später wieder einfach trennen und wiederverwenden lassen. Vor allem Holz, Metall und Beton wurden verwendet. Auf ausdünstende Farben, Kunststoffbeschichtungen und Verbundmaterialien dagegen wurde verzichtet. So stellt das Gebäude nicht nur eine wichtige Einsatzzentrale für die Feuerwehr dar, sondern auch ein nützliches Materiallager für die Nachwelt. Eine Besonderheit des dreistöckigen Gebäudes ist die Stapelung der Funktionsebenen und die Nutzung der Hanglage. So liegt das neue Domizil für die 230 Feuerwehrangehörigen an einem strategisch günstigen Standort an der Langenalber Straße, wo vor allem in die Höhe statt in die Breite gebaut wurde. Der in den Hang eingefügte, massive Sockel öffnet sich nach Norden zur Straße. Darin befinden sich die Halle für die Löschfahrzeuge, alle für den Einsatz notwendigen Funktionen sowie Lager- und Technikflächen. Das offene, multifunktionale Zwischengeschoss verfügt über zwei Lichthöfe und nimmt die umgebende Landschaft auf. Es ist über eine außenliegende Rampe erreichbar und dient als Parkdeck und Übungsfläche für Ausbildungszwecke. In dem darüberliegenden Holzbaukörper sind ein teilbarer Schulungsraum, Büroflächen und weitere Gemeinschaftsräume angeordnet. Nach außen hin ist die Stapelung der unterschiedlichen Nutzungsbereiche klar erkennbar, was ein charakteristisches und identitätsstiftendes Erscheinungsbild erzeugt. Insgesamt zeichnen sich die Räumlichkeiten durch eine angenehme und gesunde Raumluft sowie eine hochwertige Ausstattung aus.

Eine weitere Errungenschaft ist die knapp 700 Quadratmeter große Übungsfläche für die Feuerwehrkräfte im hinteren Außenbereich. Die Kosten des Gesamtvorhabens beliefen sich auf rund 12,5 Millionen Euro. Zuschüsse wurden in Höhe von 365.000 Euro gewährt.