Erst haben sich die Viertklässler aus Öschelbronn digital mit dem Beruf des Redakteurs beschäftigt. Danach erklärt ihnen PZ-Redakteur Simon Walter im Druckhaus ganz analog, wie die Zeitung entsteht. Foto: Meyer
Mit Hilfe von Karl-Heinz Nagel vom Medienzentrum lernen die Öschelbronner Grundschüler, wie sie Tablets sinnvoll einsetzen. Foto: Walter
Der Laser, der die Druckplatten beschriftet, wird von den Schülern bestaunt. PZ-Marketingleiter Matthias Roller erklärt ihnen, wie dieser funktioniert. Foto: Walter
Lilly und Timon zeigen die Druckplatten, mit denen eine Zeitungsseite entsteht. Foto: Walter
Stolz auf ihre Ergebnisse in gedruckter und digitaler Form sind die Viertklässler in Ötisheim. Das beeindruckt auch Bürgermeister Werner Henle (Mitte) und Klassenlehrerin Katharina Lang. Foto: Kraus
Region
PZ-Pilotprojekt: Lernen mit den Fingern auf dem Tablet
  • Carolin Kraus und Simon Walter

Ötisheim/Niefern-Öschelbronn/Pforzheim. Schüler erarbeiten sich bei einem Pilotprojekt der PZ mit dem Medienzentrum zum digitalen Unterricht Wissen über die Zeitung am Tablet.

Annsophie hat ein Tablet zu Hause, Anna nicht: „Aber es ist ganz einfach.“ Und so wischen und tippen die beiden Viertklässlerinnen der Henri-Arnaud-Grundschule in Ötisheim geschickt über den kleinen Computerbildschirm vor ihnen, genauso wie ihre 14 Mitschüler. Sie ziehen Bilder groß, schreiben Texte dazu, fügen Zeichen ein – und lernen dabei noch viel mehr.

Denn die Bilder, mit denen sie arbeiten, sind Fotos aus der „Pforzheimer Zeitung“. Indem sie selbst eine Überschrift setzen, entdecken sie, was die verschiedenen Medien können. Das ist das Ziel der besonderen Unterrichtsstunde, organisiert vom Medienzentrum Pforzheim-Enzkreis und der PZ. Nur wer den Umgang mit analogen und digitalen Kanälen versteht, begreift auch deren Inhalte.

Was ist der Unterschied zu „Schule trifft Zeitung“? Die Zeitung besser kennenlernen, selbst Artikel verfassen, Fotos machen und so die Medienwelt entdecken, ist das Ziel des Projekts „Schule trifft Zeitung“, bei dem jährlich 55 Klassen in der Region teilnehmen. Das neue Digitalprojekt schlägt eine Brücke und integriert neue Medien in Form des Tablets in die Beschäftigung mit der Zeitung. Mediengestütztes Lernen nennen das die Pädagogen und sehen darin viele Vorteile: Schüler eignen sich Wissen selbstständig und auf kreative Weise an und erfassen so auch komplexe Themen.

Wer war an dem Testlauf beteiligt? Die Viertklässler der Grundschule Öschelbronn und der Henri-Arnaud-Grundschule in Ötisheim bekommen eine Woche lang die gedruckte „Pforzheimer Zeitung“ und entdecken die Formen der Berichterstattung und was für einen Artikel wichtig ist. Für einen Projekttag erhalten die Schüler Tablets in Zweiergruppen vom Medienzentrum, samt Aufgabenstellungen.

Wie wird das Tablet sinnvoll eingesetzt? Wichtig sei, dass Kinder die Geräte als Werkzeug begreifen, erklärt Jutta Pleick-Ott, Sachgebietsleiterin des Medienzentrums. „Viele Eltern statten ihre Kinder recht unreflektiert mit digitalen Geräten aus“, hat sie beobachtet. „In der Schule wollen sie die Kinder davon wegbekommen, digitale Geräte nur zum Konsumieren zu nutzen. Wir wollen sie neugierig darauf machen, selbst etwas damit zu tun.“ Die Verbindung aus analogem und digitalem Lernen ist bei der Unterrichtsstunde des Digitalprojekts in Öschelbronn und Ötisheim gelungen. Die Tablets als digitale Helferlein werden so zum ganz normalen Teil des Unterrichts.

Wie passt das Druckhaus der PZ in das Konzept? Wie sehr die Technik im Gebäude an der Ecke Poststraße/Luisenstraße Kinder beeindruckt, zeigt sich einmal mehr beim Besuch der Öschelbronner Grundschüler. Staunend begutachteten diese etwa die kleinwagenschweren Papierrollen, die mit Spezialstaplern bewegt werden. Und Druckerei-Chef Markus Schweizer erklärt ihnen, dass die dortigen Druckmaschinen über 25 000 Seiten pro Minute drucken können – ein normaler Tintenstrahldrucker schaffe meist maximal zehn Seiten. Im Begleitfilm lernen die Viertklässler vom Zeitungsmaskottchen Paula Print, dass die PZ ihre Leser zusätzlich auf digitalem Wege informiert – über die Internetseite pz-news.de, aber auch über soziale Netzwerke wie Snapchat, Instagram, Facebook und Twitter. Denkbar ist, die Führung für Schüler künftig um digitale Elemente zu ergänzen. So könnten sie mit Tablets Fotos aufnehmen, die später zum Lösen von Aufgaben benötigt werden. Ein weiterer Baustein zum mediengestützten Lernen.

Was bringt Lehrern das Digitalprojekt? Anders lernen, besser lernen, verspricht sich die Ötisheimer Klassenlehrerin Katharina Lang – und wird nicht enttäuscht: „Es ist spannend, zu sehen, wie intuitiv die Schüler mit der Technik umgehen.“ Sie sieht darin auch Möglichkeiten, wie die Kinder gelöste Aufgaben in Bild und Ton für alle präsentieren können, statt die Ergebnisse nur aus dem Heft vorzulesen. Um dies dauerhaft umzusetzen, fehlt ihrer Schule dafür jedoch die Ausstattung.