nach oben
Eine Stute von Wolfgang Reulen, Besitzer eines Ausbildungsstalls in Waldbronn-Reichenbach mit 50 Pferden, gehört zu den Opfern des Pferdeschänders. Das Tier musste 20 Zentimeter im Genitalbereich genäht werden.
Eine Stute von Wolfgang Reulen, Besitzer eines Ausbildungsstalls in Waldbronn-Reichenbach mit 50 Pferden, gehört zu den Opfern des Pferdeschänders. Das Tier musste 20 Zentimeter im Genitalbereich genäht werden. © Faulhaber
29.07.2012

Pferdeschänder: Stute im Genitalbereich genäht

Auch beim Reitturnier des RFV Kämpfelbachtal in Bilfingen wird über den brutalen Stutenschänder gesprochen, der seit einiger Zeit unbehelligt seine Untaten verübt. Eine Stute von Wolfgang Reulen, Besitzer eines Ausbildungsstalls in Waldbronn-Reichenbach mit 50 Pferden, gehört zu den Opfern des Pferdeschänders. „Das Pferd musste 20 Zentimeter im Genitalbereich genäht werden“, sagt der Ausbilder und wundert sich, „dass ein Pferd so lange stehen bleibt, um sich solche Schmerzen zufügen zu lassen.“

Das spreche gegen seine langjährige Erfahrung. „Es ist absolut nicht zu verstehen“,so Reulen. Er sei aber froh, dass die Bevölkerung durch die Presse aufmerksam gemacht wurde und die Leute in der Umgebung dadurch vermehrt aufpassen würden. Die Anwohner an der Koppel seien jetzt sensibilisiert und die Kontrollen würden auch nachts verstärkt, wenn Zucht- und Gnadenbrotpferde - allerdings keine Sportpferde - draußen seien.

„Ich habe eigentlich immer vor so etwas Angst gehabt“, sagt Reulen. Allerdings sei das eher in Norddeutschland vorgekommen. „Man hat jetzt Angst, so lange der Stutenschänder nicht gefasst ist.“

Für Ulrich Herr, Vorsitzender des Reiterrings Hügelland, ist die Sache „schon Besorgnis erregend. Auffallend ist, dass so etwas alle fünf bis sieben Jahr in irgendeiner Region passiert.“ Gut sei, dass sich die Polizei jetzt mit einer sechsköpfigen Sonderkommission darum kümmere. „Das ist nicht selbstverständlich“, lobt Herr. Schließlich gelte das Tier nach wir vor als „Sache“. Durch die Veröffentlichungen in der Presse werde entsprechender Druck aufgebaut, was hoffentlich zu einem schnellen Ergebnis führe. Auch die ausgesetzte Belohnung wertet Herr als hilfreich.

Vorsichtig sind die Pferdebesitzer allerdings meist nicht erst in jüngster Vergangenheit geworden. Die meisten würden ihre Tiere sowieso nicht unbeobachtet auf der Koppel lassen, und nachts komme das Gros der Pferde schon immer in den abgeschlossenen Stall. So sei es auch beim Pforzheimer Reiterverein, wie der Vorsitzende und Reiterring-Jugendwart Christian Kraus bestätigt. Es sei wichtig, die Pferde nicht unbeaufsichtigt zu lassen - auch tagsüber nicht.

„Viele machen den Fehler und beobachten nicht genügend“, sagt Kraus. Auffälliges müsse man notieren, fremde Autos und Personen in der Nähe der Tiere, die man nicht kenne. „Lieber mal zu viel die Polizei anrufen“, meint Kraus. Er empfiehlt Bewegungsmelder und ein gutes Verhältnis mit den Nachbarn, die auch beim Aufpassen helfen können.

Dr. Gerhard Klotz, Vorsitzender des Pferdesportverbands Nordbaden, mahnt: „Ich würde kein Pferd ohne Aufsicht nachts auf der Weide stehen lassen. Entweder reinholen in den Stall, oder nur draußen lassen, wenn jemand dabei ist und aufpasst. Man muss eben vorsichtig sein, wenn man Pferde auf der Weide hat. Züchter sind davon aber eher betroffen.“ ufa

Leserkommentare (0)