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Einen spannenden Vortrag über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Glaube hielt der Physiker, Universitätsprofessor und Christ, Thomas Schimmel, im gut besuchten evangelischen Gemeindehaus Neuenbürg. Foto: Molnar
Einen spannenden Vortrag über das Verhältnis von Naturwissenschaft und Glaube hielt der Physiker, Universitätsprofessor und Christ, Thomas Schimmel, im gut besuchten evangelischen Gemeindehaus Neuenbürg. Foto: Molnar
04.02.2018

Physiker Thomas Schimmel: Wissenschaft trifft Glaube

Neuenbürg. Wer hat eigentlich angefangen? Woher kommen die Naturgesetze? Und wie passen die Naturphänomene mit dem Glauben zusammen? Diese und andere spannende Fragen stellte der Physiker und Christ Thomas Schimmel vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) bei seinem gut besuchten Vortrag „Der Urknall und die Gottesfrage“ im Gemeindehaus am Schlossberg Neuenbürg.

2016 war Schimmel, der seit 1996 am Institut für Angewandte Physik der Universität Karlsruhe lehrt, schon einmal zu Gast in der evangelischen Kirchengemeinde Neuenbürg. Die Resonanz war so gut, dass der Forscher und Mitbegründer des Instituts für Nano-technologie erneut eingeladen wurde – mit Erfolg. 160 Gäste fanden sich ein.

Nach der musikalischen Eröffnung durch Lena Jauch (Cello) und ihre Mutter Regina Schoch-Jauch (Klavier) musste sich Schimmel erst kurz sammeln, saß er doch aufgrund eines Unfalls vier Stunden im Auto. Dann aber legte der Naturwissenschaftler los – mit Zahlen und Zitaten von Physikern wie Paul Davies, Stephen Hawking und Werner Heisenberg, mit Fragen und fabelhaften Bil-dern der Nasa und Esa von Mars, Milchstraße und Galaxien. Er sprach über die „verrückten Genauigkeiten“ der Naturkonstanten, über die kleineren Welten des Atomkerns und die größeren des Universums und der rätselhaften dunklen Materie. „Wir finden die Naturgesetze vor, ohne sie zu machen“, sagte Schimmel. Von Anfang an seien sie da gewesen.

Doch wer hat sie gemacht? Die Wunder und Ordnung der Natur ließen staunen, könnten auch ein Hinweis auf das Wirken eines Schöpfers sein. „Ihn erkennen kann die Naturwissenschaft aber nicht“, so der Referent. Sie beschränke sich darauf, die Natur zu verstehen und Experimente mit ihr zu machen, könne die Schöpfung erfassen, nicht aber den Schöpfer. Auf die Frage, wie Gott nun zu finden sei, nannte Schimmel die Botschaft der Bibel: „Nicht wir müssen Gott finden, sondern Gott findet uns“.

Wie zu Beginn seines lebendigen Vortrags zitierte er den Begründer der Quantentheorie, Max Planck, und nannte damit seine wichtigste These: „Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern sie ergänzen und bedingen einander“. Interessiert zeigten sich die Besucher bei der kurzen Fragerunde und in Gesprächen. Ein Christ meinte etwa, er glaube nicht an die Jahrmillionen, sondern dass Gott die Welt in sechs Tagen erschaffen hat. Auch Schimmel sei überzeugt von dem, was in der Bibel steht. Doch vieles stünde auch nicht darin, werde nur hineininterpretiert.