760_0900_126485_236901702.jpg
 Foto: William Archie/dpa (Symbolbild) 

Plantage mit 1900 Cannabis-Pflanzen im Enzkreis gefunden: Verantwortlicher nun vor Gericht

Enzkreis/Pforzheim. In einem unscheinbaren Mehrfamilienhaus im westlichen Enzkreis soll ein 47-jähriger Mann Drogen angebaut haben. Die Polizei fand im September 2017 im Untergeschoss des Hauses eine große Menge Marihuana. 1900 Pflanzen, diverse Materialien, wie Abluftschläuche und kiloweise Anzuchterde konnten die Polizeibeamten sicherstellen.

In der Wohnung des Mannes fand man außerdem eine kleinkalibrige Handfeuerwaffe und Munition. Seit Montag muss sich der Angeklagte wegen unerlaubtem Waffenbesitz und Herstellens von Betäubungsmitteln, sowie Verkauf von Marihuana in mehreren Fällen vor der Auswärtigen Großen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe am Amtsgericht in Pforzheim verantworten.

Was dem Prozess zusätzlich Komplexität verleiht, sind die weiteren Umstände. Der Angeklagte lebt heute nahe Bremen und ist seit rund 20 Jahren Mitglied der Hells Angels. Bei der Durchsuchung seiner damaligen Wohnung geriet den Beamten der handschriftliche Entwurf eines Briefs in die Hände, der vom Vorsitzenden Richter Andreas Heidrich am Montag verlesen wurde.

Angeklagter streitet Beteiligung an Plantage ab

In dem Schriftstück, das sich direkt an die Rockergruppe richtet, ist mehrfach von "Gewürzen" die Rede und dass man diese gewinnbringend verkaufen werde. Doch damit nicht genug. Die Polizei wurde überhaupt erst auf den Angeklagten aufmerksam, als dieser von einem seiner beiden Vermieter angeschwärzt worden war. Letzterer war als Zeuge geladen.

Weil er aber selbst wegen eines anderen Drogendelikts vor Gericht steht und daher mit der Plantage in Verbindung gebracht werden kann, räumte ihm Richter Heidrich das Recht ein, die Aussage zu verweigern. Davon machte der Zeuge Gebrauch.

Der Angeklagte stritt indes die Beteiligung an der Plantage ab. Er habe den Keller nie betreten, wie er sagte. Auch habe er erst davon erfahren, als die Polizei vor seiner Tür stand. Die Verhandlung wird am 30. April fortgesetzt.