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Abellio ist im Probebetrieb zwar hin und wieder schon im Pforzheimer Hauptbahnhof mit funkelnagelneuem Zugmaterial zu sehen, doch für den offiziellen Betriebsstart im Raum Stuttgart und damit auch Richtung Goldstadt wird es zu Engpässen kommen. Der Hersteller Bombardier kann nicht rechtzeitig vollständig liefern. Foto: Marx

Politiker warnen vor einer mangelnder Zugversorgung ab Juni in der Region

Stuttgart/Pforzheim/Enzkreis. Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte die Entscheidung getroffen, über die Nahverkehrsgesellschaft des Landes Baden-Württemberg (NVBW) Strecken auszuschreiben, die auch die Region betreffen. Die privaten Bahnen Abellio und Go-Ahead hatten verschiedene Ausschreibungen gegen den Ex-Monopolisten Deutsche Bahn gewonnen. Nun warnen die beiden FDP-Abgeordneten Hans-Ulrich Rülke und Erik Schweickert vor einer mangelnden Zugversorgung ab Juni in der Region.

Zur Bedienung dieser Strecken brauchen diese Anbieter aber insgesamt 43 Schienenfahrzeuge des Typs Talent 2. Zum 9. Juni sollten die ersten 16 davon vom kanadischen Hersteller Bombardier geliefert werden, was aber nach Informationen der Abgeordneten nicht gewährleistet sein dürfte. Rülke äußerte sich in einer gestern Abend Pressemitteilung wie folgt: „Ich mache mir Sorgen, dass die Versorgung der Zugreisenden von Stuttgart über Mühlacker und Pforzheim in Richtung Bad-Wildbad und Wilferdingen ab Juni gefährdet ist.“ Schweickert ergänzt: „Das betrifft viele Berufspendler aus Pforzheim und dem Enzkreis in die Region Stuttgart.“

Offenbar, so Rülke, habe Abellio bereits beim Konkurrenten DB Regio angefragt, ob man die Strecken vorerst weiter betreiben könne. „Da hat uns Winfried Hermann ja hübsche Aussichten beschert. Ein Marktteilnehmer muss die Konkurrenz um Hilfe bitten, damit die Zugreisenden aus der Region nicht am Bahnhof stehen bleiben“, schreibt Rülke abschließend. Zur von den FDP-Abgeordneten aufgedeckten „Bombardier-Bombe“ nahm auf Nachfrage der PZ-Redaktion Mediensprecherin Hannelore Schuster von Abellio Stellung: „Dass es zu einem Verzug bei der Lieferung durch Bombardier kommen wird, ist Abellio erst seit Ende der vergangenen Woche bekannt“, schreibt sie.

„Am 14. Februar fand ein Abstimmungsgespräch zwischen dem Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg, der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW), Bombardier und Abellio statt“, heißt es weiter. „Bei diesem Termin räumte Bombardier erstmalig offiziell ein, von den vertraglich vereinbarten 16 Fahrzeugen nur zehn für unsere erste Betriebsaufnahmestufe liefern zu können.“ Diese unerfreuliche Nachricht, so Schuster, „traf das Unternehmen zwar unerwartet, aber nicht unvorbereitet“.

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