In diesen Tagen beginnt der Prozess gegen einen 35-Jährigen aus dem Walzbachtal, der im Suff einen 27-jährigen Zeitungsträger von Weingarten bis nach Jöhlingen schleifte.

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Prozessstart: Im Suff Mann drei Kilometer mitgeschleift
  • dpa/pol/tok

Karlsruhe/Weingarten. Volltrunken soll sich ein 35-Jähriger aus Walzbachtal ans Steuer gesetzt, einen Zeitungsausträger angefahren und drei Kilometer weit nach Jöhlingen mitgeschleift haben. Der 27 Jahre alte Mann kam dabei ums Leben. Jetzt beginnt der Prozess gegen den Fahrer.

Wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs, Unfallflucht und Trunkenheit am Steuer müsse sich der 35-Jährige vom 13. November an vor dem Amtsgericht Karlsruhe verantworten, berichtete die Staatsanwaltschaft Karlsruhe am Mittwoch. Der Unfall hatte sich am frühen Morgen des 14. Oktobers 2012 in Weingarten ereignet. Mit einer Blutalkoholkonzentration von 2,4 Promille soll der 35-Jährige den Zeitungsausträger erfasst haben.

Der gerade mit dem Beladen seines Autos beschäftigte Zeitungsausträger wurde wohl kurz vor 7.24 Uhr in Weingarten von einem VW Transporter (T3) überfahren, wobei er sich unter der Stoßstange verhakt hatte. Der VW-Bus schob das Opfer auf dessen Auto und dieses wiederum auf ein anderes, wobei noch zwei weitere Autos durch die Wucht des Aufpralls beschädigt wurden. Besonders grausam: Der VW-Bus fuhr mit dem Unfallopfer unter der Stoßstange noch etwa drei Kilometer weit bis nach Jöhlingen.

Um 7.24 Uhr meldete ein Anwohner der Jöhlinger Straße in Weingarten über Notruf einen Verkehrsunfall, wobei ein Verursacher nicht mehr vor Ort war. Am Unfallort standen nur vier beschädigte Fahrzeuge und etliche Trümmerteile lagen auf der Fahrbahn. Um 7.45 Uhr meldete sich ein 34-jähriger Mann aus Jöhlingen und teilte ebenfalls über Notruf mit, dass er wohl in Weingarten einen Verkehrsunfall verursacht hätte, aber dann weitergefahren sei. Um 8.10 Uhr ging über Notruf ein weiterer Anruf ein, bei dem zwei Jogger eine tote Person im Bereich der Weingartener Straße in Jöhlingen auf der Straße liegend meldeten.

Zu Beginn der Unfalluntersuchungen stand noch nicht fest, ob der Unfallverursacher den Leichnam an dieser Stelle durch Fahrbewegungen verloren hatte, oder ob er ausgestiegen war und den Leichnam unter dem Fahrzeug hervorgezogen hatte. Die Obduktion musste damals auch klären, ob der 27-jährige Mann sofort tot war oder erst durch das Mitschleifen zu Tode kam. Das Opfer hinterließ eine Frau und ein dreijähriges Kind.