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Start einer Drohne: Während dieses Gerät eine Kamera trägt, sollen bei der RKH künftig Laborproben durch die Luft befördert werden.  Foto: Kästle/dpa-Archiv 

RKH-Kliniken stärken eigene Labore – auch mit Transport-Drohnen

Enzkreis/Ludwigsburg. Viele Menschen in der Region wissen mittlerweile, wie sehr man auf heißen Kohlen sitzt, wann man auf das Ergebnis eines Corona-Tests wartet. Dass Labore mit der wachsenden Zahl der Proben zu kämpfen haben (siehe „Neue Teststrategie auch von Seiten der Gesundheitsämter“), spüren auch die Krankenhäuser. Die Regionale Kliniken Holding (RKH), zu der die Enzkreis-Kliniken gehören, baut schließlich auf ein Konzept, dass alle Patienten vor der Aufnahme möglichst einen laborgestützten PCR-Test ablegen müssen. Derzeit gebe man die meisten dieser Analysen an externe Labore, so die RKH – und warte bis zu 24 Stunden auf Ergebnisse. Im Zweifelsfall liegt ein Patient so lange isoliert auf einer Aufnahmestation.

Die RKH arbeitet deshalb an eigenen Laborkapazitäten. Die Beschaffung neuer Analysegeräte laufe, so Sprecher Alexander Tsongas. Ziel sind eigene Untersuchungen in Ludwigsburg zentral für alle RKH-Kliniken – also auch die Häuser in Mühlacker und Neuenbürg. Kennzeichen der Holding sind ihre vielen Standorte – neben Ludwigsburg und dem Enzkreis sind das Bietigheim, Bruchsal, Bretten, Markgröningen und neuerdings Reutlingen. Weite Wege für Labor-Proben. Tsongas spricht von Fahrtdauern etwa zwischen Ludwigsburg und Reutlingen von bis zu zwei Stunden – je nach Verkehrslage.

Deshalb hat die RKH Kontakt zu der Dresdner Firma „German Copters“ geknüpft, die in Sachsen einen Probentransport mit Hilfe von Drohnen aufgebaut hat. Noch könne man nicht genau sagen, wann die erste Drohne auch beispielsweise zwischen Ludwigsburg und dem Enzkreis Proben durch die Luft befördert, so Tsongas – aber das Konzept sei für ein Unternehmen mit weit voneinander entfernten Standorten bestechend. Von der Zeit, die Patienten auf Corona-Testergebnisse warten müssen, soll möglichst wenig auf dem Transportweg liegenbleiben. Schließlich wäre mit den unbemannten Mini-Helikoptern das Risiko ausgeschlossen, dass Proben im Stau stecken. Die Verteilung der eigenen Häuser böte zudem die Chance, die Transportflüge in Etappen aufzuteilen – mit der Möglichkeit etwa für Batteriewechsel oder auch weitere Zuladung.

Corona-Stationen füllen sich

Bei Tests, die positiv auf das Virus und die dadurch verursachte Krankheit Covid-19 ausfallen, landen Patienten auf speziellen Coronastationen. Im Fall von schweren Krankheitsverläufen auf den Intensivstationen. Die Belegung der Betten dort steigt auch bei der RKH stetig, so Tsongas. Aktuell befinden sich in den holdingweit rund 120 Betten auf den Covid-19-Stationen rund 100 Patienten. Von den rund 110 verfügbaren Intensiv- und Überwachungsbetten sind etwas mehr als 20 Betten durch Covid-19-Patienten belegt. Dieses Zahlen werden künftig tagesaktuell unter www.rkh-kliniken.de veröffentlicht.

Alexander Heilemann

Alexander Heilemann

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