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Das Bild zeigt einen Airbus-Hubschrauber des Typs H125M (früher bekannt unter der Bezeichnung AS550). Ähnliche Hubschrauber waren am Dienstagnachmittag über der Region unterwegs. © Airbus
Das Foto von den rätselhaften Hubschraubern über Illingen hat PZ-Leserin Melanie Schmidt geschossen. © Privat
07.10.2016

Rätsel gelöst: Italienisches Militär absolvierte Hubschrauber-Übung

Nach langem Rätseln ist das Hubschrauber-Puzzle rund um die Helikopter, die am Dienstagnachmittag über zahlreichen Enzkreis-Gemeinden gesichtet worden sind, nun gelöst: Den entscheidenden Hinweis gab ein Mann aus Laupheim, der auf die Internetberichterstattung der PZ aufmerksam geworden war. Er war der Ansicht, es könne sich um eine italienische Militärübung gehandelt haben – und damit lag er goldrichtig.

Auf PZ-Nachfrage bestätigte Oberstabsfeldwebel Ralf Hochrein, Sprecher des Militärflugplatzes in Laupheim, die Vermutung: „Es war eine internationale Übung des European Personnel Recovery Command aus Italien, das sich der Rückführung von Soldaten aus feindlichen Gebieten verschrieben hat.“ Diese militärische Übung, so Hochrein weiter, finde alle zwei Jahre in größerem Umfang in verschiedenen Ländern statt und nennt sich APLOC. In diesem Jahr seien die Hubschrauber in Deutschland vom Flugplatz Lechfeld aus gestartet, der südlich von Augsburg liegt. Lechfeld ist ein Ortsteil der Gemeinde Graben und Standort der Luftwaffe.

Bildergalerie: Hubschrauber-Sichtungen über Enzkreis-Gemeinden

Die genaue Route, die die Hubschrauber bei der Übung zurückgelegt hätten, konnte Hochrein nicht nennen. Ihm sei lediglich bekannt, dass sie weite Strecken zurücklegen und im Rahmen des Manövers immer wieder zwischenlanden, unter anderem um zu tanken.

Insgesamt seien 14 Hubschrauber unterwegs gewesen: „Vier davon stammen aus Polen, einer aus Spanien, zwei aus Deutschland, zwei aus Frankreich und fünf weitere aus Italien“, klärt Hochrein auf. Alle hätten unterschiedliche Farben gehabt, von schwarz über olivgrün bis hin zu braun gemustert und bunt gestreift. Diese Angaben decken sich auch mit denen der PZ-Leser, die sich telefonisch, per Email und über die sozialen Netzwerke bei der PZ meldeten und von ihren Beobachtungen berichteten.

Zuvor hatten sowohl das zuständige Referat für Verkehr des Regierungspräsidiums, die Polizei und das Rote Kreuz angegeben, nicht über das hohe Hubschrauber-Aufkommen am Himmel informiert zu sein. Martin Eigner, erster Vorsitzender des Deutschen Hubschrauber Clubs, dementierte ebenfalls, von den Hubschraubern Kenntnis zu haben. Lediglich meinte er anhand des Leservideos auf PZ-news erkannt zu haben, dass es sich um den Typ „AS 350 Eurocopter“ handele – was der Oberstabsfeldwebel aus Laupheim ähnlich sieht: „Einige der Hubschrauber waren vom Typ „AS 550“ – und die sehen dem „AS 350“ sehr ähnlich“. Dennoch sollen auch Hubschrauber des Typs "AS 350" beteiligt gewesen sein, wie nun das Luftfahrtamt der Bundeswehr nach mehrmaligem Nachhaken der PZ erklärt: "Nach den uns vorliegenden Flugplänen können wir die Teilnahme der "AS 350" an der Übung APLOC, die derzeit auf dem Lechfeld stattfindet, bestätigen", heißt es in einer Mitteilung der Bundeswehr, die zuvor noch ihr Wissen über die Vorgänge rund um die rätselhaften Hubschrauber-Sichtungen dementiert hatte.

Hier geht es zur vorherigen Berichterstattung mit zahlreichen Leserkommentaren: Helikopter-Sichtungen - Bundeswehr dementiert Einsatz - Rätsel um Formation