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Das tote Rehkitz mit einer Bisswunde am Hals hatte Jäger Bernhard Kleile in seinem Revier gefunden.
Das tote Rehkitz mit einer Bisswunde am Hals hatte Jäger Bernhard Kleile in seinem Revier gefunden. © PZ-Archiv
26.12.2016

Rätsel um getötetes Reh: Welches Tier biss zu?

Engelsbrand/Enzkreis/Karlsruhe. Jäger Bernhard Kleile war bestürzt, als er vor zwei Wochen in seinem Engelsbrander Revier einen jungen Rehbock auffand, der mit einem Biss in den Hals getötet worden war. Kleile, der in dessen Revier in der Vergangenheit bereits von wildernden Hunden betroffen war, wollte der Sache auf den Grund gehen. Er stellte Anzeige gegen Unbekannt wegen Jagdwilderei - und erlebte eine Überraschung.

Das Veterinäramt des Enzkreises hatte nach der Anzeige eine Untersuchung des jungen Rehs beim Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt in Karlsruhe veranlasst, um dem Verantwortlichen auf die Schliche zu kommen.Die dortigen Experten aber meinen, dass die Art des Bisses eher zu einem Wildtier passen würde, als zu einem Hund. Das teilte Oliver Jäger vom Kreisveterinäramt der PZ mit. Was das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt skeptisch mache, so Jäger, sei die Tatsache, dass das getötete Tier nur eine Wunde aufweise. Ein wildernder Hund würde dagegen gewöhnlich mehrmals zubeißen.

Deshalb gehen die Untersuchungen weiter. Laut Jäger hat das Karlsruher Amt die Spuren nun ans renommierte Senckenberg-Institut in Frankfurt geschickt. Dort könne die DNA des beißenden Tieres erforscht werden. Dann müsste man über dessen Identität Klarheit erhalten können.

Denn sollte es sich bestätigen, dass kein Hund zugeschlagen hat, wird es recht spannend. Denn welches Wildtier kommt für die Erbeutung eines Rehs in Frage? Verdächtig sein könnte vor allem ein Fuchs, der sich aber meist auf die Jagd nach noch jüngeren Tieren macht. Von anderen Fressfeinden der Rehe hat man in unserer Region noch nichts gehört: Wölfe und Luchse werden dabei vor allem genannt.

Jäger im Enzkreis machten Fälle getöteter Rehe bislang immer dann öffentlich, wenn sie wildernde Hunde verdächtigten. Es gehe ihnen darum, die Hundehalter zu sensibilisieren. Auch Kleile hatte der PZ berichtet, dass er immer wieder Spaziergänger im Wald antreffe, die ihre Tiere im Forst frei laufen lassen würden. Das sei aber dann ein Problem, wenn ein Wildtier den Weg kreuze. „Jeder Hund hat den Jagdtrieb, da kann er nichts dafür“, so Kleile unmittelbar nach seinem Fund gegenüber der PZ.