Ein Riesenbovist und sein Nachwuchs.
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Region
Riesenbovist mitten im Garten von PZ-Redakteurin: Überraschender Fund trotz schlechter Pilzsaison

Die Pilzsaison 2026 fällt bislang eher mager aus. Nach dem heißen, trockenen Sommer wachsen in den Wäldern Baden-Württembergs deutlich weniger Pilze als sonst. PZ-Redakteurin Petra Joos hatte trotzdem Glück: In ihrem Garten entdeckte sie einen riesigen Speisepilz. Ob der jüngste Regen auch anderen Pilzsammlern noch Hoffnung machen kann, erklären Experten.

Ein PZ-Persönlich von Redakteurin Petra Joos

Keine Regel ohne Ausnahme: Allen Expertenaussagen zum Trotz habe ich in dieser als mies geltenden Pilzsaison schon mein Highlight erleben dürfen, noch bevor sie wirklich angefangen hat. Am ersten Samstag im September kam ich in meinen Garten und dachte, ich sehe nicht richtig. Da lag doch ein weißer Fußball mitten in meinem grünen Rasen samt einem kleineren Exemplar gleich nebendran: Ein Riesenbovist und sein Nachwuchs. Er gehört für mich zu den leckersten Speisepilzen überhaupt – und wurde noch am selben Abend verputzt: In Scheiben geschnitten und paniert in der Pfanne angebraten wie ein Schnitzel .Ein echter Genuss!

Haben Sie schon mal Pilze gesammelt?

Magerer Pilz-Herbst zeichnet sich ab

Es ist Pilzzeit, aber vielerorts bleiben die Körbe leer. Nach dem heißen, trockenen Sommer wachsen in Baden-Württembergs Wäldern bislang deutlich weniger Pilze als sonst. Ob Regen die Ausbeute in diesem Herbst noch verbessern kann, ist offen. „2026 wird als extrem trockenes und pilzarmes Jahr – zumindest für die Region um Stuttgart – in die Statistiken eingehen“, sagt der Pilzsachverständige Ralf Kohnen. Er leitet eine Pilzschule in Baltmannsweiler (Landkreis Esslingen). Wärme und geringer Niederschlag hätten den Böden zugesetzt.

Was fehlt, ist Regen: „Noch einiges an Regen“,

sagt Lothar Krieglsteiner, Leiter der Pilzschule Schwäbischer Wald in Ruppertshofen (Ostalbkreis).

Trockenphasen könnten manche Pilze gut überstehen, erklärt der Biologe. Voraussetzung sei aber, dass die Trockenheit nicht über Jahre anhalte. „Genau das wird aber wahrscheinlich passieren“, sagt er.

Der eigentliche Pilz, das unterirdische Myzel, sei gegenüber Trockenheit relativ widerstandsfähig, erklärt Kohnen. Empfindlicher sei der sichtbare Fruchtkörper: Bei Hitze könne er austrocknen. Nach Regen dauere es je nach Art unterschiedlich lange, bis Pilze sprießen. „Es gibt Pilze, die bilden nach zwei bis drei Tagen schon Fruchtkörper aus, andere brauchen dazu 10 bis 14 Tage“, sagt Kohnen.

Bislang habe sich die Lage durch die geringen Niederschläge im September und Oktober noch nicht zufriedenstellend entwickelt, sagt Ralf Kohnen. Zumindest flächendeckend. Lokal gebe es große Unterschiede. „Wo zum Beispiel Quellen für immer gleichmäßig feuchte Böden sorgen, da wachsen dann auch die Pilze.“Der jüngste Regen rund um Stuttgart gibt jedoch endlich Anlass zur Hoffnung: „Wenn es die nächsten Tage weiterhin regnet, sieht es gut aus. In circa sieben bis zehn Tagen sollte sich dann noch etwas tun“, schätzt der Pilzexperte.

Vorsicht vor giftigen Pilzen Inzwischen kämen auch wärmeliebende Pilzarten aus Südeuropa häufiger auch bei uns vor, sagt Kohnen. „So etwa der Ölbaumtrichterling, eine giftige Art, die leicht mit dem Pfifferling verwechselt wird“, erklärt er. Wer einen Pilz nicht sicher bestimmen kann, sollte ihn nicht essen. Alle Sammler erinnert er zudem an die Bundesartenschutzliste, die alle Arten auflistet, die unter das Sammelverbot fallen.

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