Niefern-Öschelbronn. Die letzten Sportstunden haben den Schülerinnen der Realschule in Niefern einiges abverlangt, denn Rugby spielen sie nicht alle Tage. Derzeit läuft in der Schule ein mehrwöchiges Projekt, bei dem zunächst die Realschülerinnen und nach den Osterferien auch die Realschüler diese Sportart mit Unterstützung von zwei Spielern des amtierenden deutschen Rugby-Meisters TV Pforzheim (TVP) kennenlernen.
„Das Projekt kommt sehr gut an“, sind sich die Sportlehrerinnen Tanja Helfrich und Sabine Albrecht einig: „Von der fünften bis zur zehnten Klasse sind alle restlos begeistert.“ Die Mädchen spielen nicht zum ersten Mal Rugby, sie haben bereits einige Unterrichtseinheiten mit ihren Lehrern und mit den beiden Rugbyspielern Tafadzwa Chitokwindo und Owen Paine vom TVP hinter sich. Natürlich ist viel Gekicher dabei, wenn der Ball gelegentlich aus den Händen gleitet und durch seine ovale Form in eine unerwartete Richtung springt oder wenn die Mädchen im Getümmel aneinanderrempeln. Genau diesen Körperkontakt üben die Schülerinnen wenig später gezielt ein. Die beiden TVP-Bundesligaspieler zeigen, wie man den Gegner zu Fall bringt. Für einen kurzen Moment herrscht verdutzte Stille, weil alle über die plötzliche Energie der Männer überrascht sind, die auf die Weichbodenmatte stürzen.
Nach und nach werden aber die Versuche der Mädchen mit mehr Nachdruck ausgeführt und von Tafadzwa Chitokwindo gibt es viel anspornendes Lob. „Mit dem Ball in der Hand zu rennen, ist ein tolles Gefühl“, sagt Achtklässlerin Jasmin. „Außerdem muss man hier wirklich im Team spielen und nicht Jeder gegen Jeden.“ Manche der Mädchen haben sogar schon mal im Fußballverein gespielt und sind jetzt von der bei uns weniger bekannten Sportart Rugby begeistert. „Es ist sehr anstrengend und geht auf die Muskeln“, sagt Asya, die wie ihre Mitschülerinnen beim Training außer Puste gerät.
„Eine Riesenumstellung“
Am Spielrand schaut Philip Paine dem Treiben in der Halle zu. Der Jugendleiter vom TVP Rugby freut sich über den Spaß, den die Schülerinnen haben. „Für Mädchen ist dieser Sport manchmal eine Riesenumstellung.“ Beim Rugby sind vor allem Geschwindigkeit und gute Passtechnik gefragt. Im Gegensatz zu den meisten Mannschaftssportarten darf allerdings der Spieler mit Ballbesitz von den Gegnern durch tiefes Umklammern gestoppt und zu Fall gebracht werden. Eine Polsterung, wie beim American Football, gibt es im Rugby nicht.Nur ein Mundschutz ist Pflicht. Paine erklärt, dass deshalb auch Respekt vor dem Gegner, vor dem Schiedsrichter, den Regeln und der Fairness im Allgmeinen groß geschrieben wird.
Der TVP hat bereits in mehreren Schulen Rugby-Kooperationsprojekte angeboten. Auch von der Realschule in Niefern schauen Schülerinnen zum Probetraining (Donnerstag, 18 Uhr) im SüdwestEnergie-Stadion des TVP am Rattachweg 46 in Pforzheim-Eutingen vorbei.

