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Mit dem Ruhewald Kapfenhardt emotional verbunden fühlen sich seine beiden Ideengeberinnen Christa Maisenbacher und Beate Wischnewski (von links). Foto: Dast-Kunadt
Mit dem Ruhewald Kapfenhardt emotional verbunden fühlen sich seine beiden Ideengeberinnen Christa Maisenbacher und Beate Wischnewski (von links). Foto: Dast-Kunadt
07.09.2018

Ruhewald Kapfenhardt: Idyllischer Ort für die letzte Ruhe

Unterreichenbach-Kapfenhardt. Warmes Sonnenlicht fällt durch das dichte Nadel- und Blätterdach im Ruhewald Kapfenhardt. Bemooste Steine und wilde Heidelbeerpflanzen leuchten in sattem Grün. Vögel zwitschern, es raschelt mal hier, mal dort. Es duftet nach Waldboden, Tannennadeln und Holz. Der neu eröffnete Ruhewald ist ein friedlicher Ort – ausgeputzt, aufgeräumt und dennoch naturbelassen.

„Im Ruhewald kann man zur Ruhe kommen“, sagt Beate Wischnowski. Gemeinsam mit Christa Maisenbacher ergriff sie die Initiative für einen Ruhewald in dem Unterreichenbacher Ortsteil.

„Das war im Herbst 2015“, erinnert sie sich. Auf die Idee kamen die Kapfenhardterinnen jedoch schon viel früher. Jede für sich. Und jede aus einer eigenen persönlichen Geschichte heraus. „Ich habe bereits 2011 erstmals darüber nachgedacht“, erinnert sich Wischnowski. Bei ihr seien es damals gesundheitliche Gründe gewesen, die sie dazu veranlasst hatten. Und Maisenbacher denkt nicht gerne an jene Kindertage zurück, die gemeinsam mit den Eltern der Grabpflege der Großeltern gehörten. „Das war für uns als Kinder ganz furchtbar“, sagen heute beide Frauen.

Also sind die beiden Frauen aktiv geworden. Sie haben sich über andere Ruhewälder in der Region informiert und erste vorsichtige Gespräche gesucht. „Mit unserer Ruhewald-Idee sind wir nicht von Anfang an auf Gegenliebe gestoßen“, erinnern sie sich. Als jedoch nach und nach klar geworden sei, dass es sich bei dem Ruhewald nur um ein Zusatzangebot handeln solle, seien immer mehr kritische Stimmen verstummt.

Schließlich ließ Bürgermeister Carsten Lachenauer das Thema im Rathaus aufbereiten, um es dem Gemeinderat vorzustellen. „2016 war das Jahr der Planungen, Genehmigungen und des Wartens“, erinnern sie sich. Als der Gemeinderat schließlich seinen Segen gab, konnte es richtig losgehen.

Mit Hilfe des Dorfvereins „Die Kapficher“ und weiterer engagierter Bürger wurden rund 400 ehrenamtliche Arbeitsstunden im Wald geleistet. Es wurde gesägt, aufgeräumt und abtransportiert. Schließlich konnte der Revierförster zunächst 62 Ruhebäume festlegen und die professionellen Arbeiten begannen. „Auch hier durften wir alle uns mit Ideen und Taten einbringen“, sagen die beiden Frauen rückblickend.

Entstanden ist ein Hauptweg, in dessen Mitte es einen Andachtsplatz gibt. Große Buntsandsteine, die als Sitzgelegenheit dienen, fassen den Platz ein. In dessen Zentrum liegt ein großer Andachtsstein mit Aussparung für die Urne.

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