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In der Regel werden Drogen nach der Beschlagnahmung verbrannt. © Symbolbild dpa
18.04.2019

Rund 90 Kilo Rauschgift in Calmbach entdeckt - Das passiert jetzt mit den Drogen

Bad Wildbad-Calmbach. Mitten im beschaulichen Calmbach haben sich offensichtlich Rauschgifthändler niedergelassen, die in großem Stil hauptsächlich mit Marihuana, aber auch mit Ecstasy-Tabletten gehandelt haben. Die Kripo hat an diesem Montag in einem Geschäftsgebäude an der Wildbader Straße zugeschlagen. Doch was passiert nun mit den Drogen? Die PZ hat nachgefragt.

Das passiert nun mit dem Rauschgift

Wie Polizeisprecher Dieter Werner im Gespräch mit der PZ erläutert, wird das Rauschgift nun von der Staatsanwaltschaft als Beweismittel geführt und danach voraussichtlich verbrannt.

Das ist die übliche Vorgehensweise mit beschlagnahmten Drogen. In der Regel werden sie zunächst in einer Aservatenkammer gelagert, bis sie schließlich zu einer Müllverbrennungsanlage transportiert werden. 

Das war zuvor passiert

Wie berichtet, fanden am Montag zeitgleich Zugriffe an mehreren Orten in Bad Wildbad, im Landkreis Böblingen und im Ortenaukreis statt. Die Ausbeute: insgesamt fast 90 Kilo Marihuana und Cannabis sowie mehrere Hundert Ecstasy-Tabletten. Nach ersten Schätzungen der Polizei hat das Rauschgift einen Verkehrswert von knapp einer halben Million Euro.

Haupttäter sind der 48-jährige Inhaber der durchsuchten Firma in Calmbach sowie ein 66-Jähriger aus dem Ortenaukreis. Beide wurden festgenommen und sitzen auf Antrag der Staatsanwaltschaft Tübingen in Haft. Die Haftbefehle gegen einen 38-jährigen Bad Wildbader und einen 34-Jährigen aus dem Landkreis Böblingen wurden gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt. Die Polizei ermittelt außerdem gegen fünf weitere Beschuldigte, die nach PZ-Informationen teilweise ebenfalls aus dem Oberen Enztal kommen.

Polizisten durchsuchen Gebäude in Calmbach

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Vorausgegangen war den Festnahmen ein seit Monaten von der Kripo Karlsruhe geführtes Ermittlungsverfahren. Der 48-jährige Calmbacher wollte am Montag ein Rauschgiftgeschäft über 20 Kilo Marihuana tätigen. Daraufhin schlugen über 100 Polizeibeamte, darunter auch Polizeihundeführer, zeitgleich in Bad Wildbad, dem Ortenaukreis und dem Landreis Böblingen zu. Durchsucht wurde unter anderem auch ein 19 Ar großes Hofgut im Ortenaukreis. In diesem Kreis ist der 66-jährige Verdächtige zu Hause. Bei ihm wurden 60 Kilo Marihuana und rund 45.000 Euro Bargeld sowie eine umfangreiche, aktuell nicht in Betrieb befindliche Cannabisaufzuchtanlage gefunden und sichergestellt. Die Durchsuchung bei dem 48-Jährigen in Calmbach förderte 6,5 Kilo Marihuana, zwei aktuell nicht in Betrieb befindliche Cannabisaufzuchtanlagen in den Geschäftsräumen in der Wildbader Straße sowie eine scharfe Schusswaffe und Munition zutage. Bei weiteren fünf Beschuldigten wurden eine aktiv betriebene Marihuana-Aufzuchtanlage in Bad Wildbad, mehrere Hundert Ecstasy-Tabletten sowie geringe Mengen Cannabis sichergestellt.

„Das hätte ich niemals gedacht, dass so etwas bei uns hier möglich ist“, so eine Passantin. Die Frau meinte, es gehöre einiges dazu, in Firmenräumen Rauschgift zu lagern und eine Cannabis-Plantage zu betreiben.