nach oben
Der gemischte Chor des Sängerbunds Gräfenhausen beim gemeinsam mit den Kirchenbesuchern intonierten Lied „Es ist ein Ros’ entsprungen“. Foto: Regina Ganzhorn
Der gemischte Chor des Sängerbunds Gräfenhausen beim gemeinsam mit den Kirchenbesuchern intonierten Lied „Es ist ein Ros’ entsprungen“. Foto: Regina Ganzhorn
17.12.2015

Sängerbund Gräfenhausen in Michaelskirche: „Durchlässig für Gottes Licht“

In froher Erwartung auf das Christkind bescherte der Sängerbund Gräfenhausen beim abendlichen Konzert „Singen zum Advent“ seinen Gästen eine Mischung aus traditionellem Liedgut und Weihnachtsweisen anderer Länder. Nachdem die Veranstaltung bereits mehrere Jahre am Kirschendenkmal und vor der Michaelskirche stattgefunden hatte, entschloss man sich erstmals für eine Aufführung in der Kirche, so der Vereinsvorsitzende Günther Stepper. Das Konzert solle „eine Verschnaufpause in der hektischen Betriebsamkeit der Vorweihnachtszeit“ sein.

Den musikalischen Auftakt übernahmen vier junge Musiker der Bläserklasse des Gymnasiums Neuenbürg. Als kurzfristige Programmbereicherung hatten sich Lena Augenstein am Waldhorn sowie die Trompeter Julia Rau, Alessa Veile und Florian Zilly entschlossen, die Besucher mit „Ihr Kinderlein kommet“ zu überraschen. Der ihnen nachfolgende Männerchor stellte sich den Gästen mit „Herbei o ihr Gläub’gen“ vor. Dabei variierten die elf Sänger Eingangspassagen mit der harmonierenden Kantate „Das Wunder von Bethlehem“ von Klaus Heizmann. Die Begleitung am Klavier übernahm Chorleiterin Esther Rau. Ihre Tochter Julia unterstrich die Darbietung mit Geigenklängen.

Vom „Schneemann“, der verzweifelt vor dem Haus steht und denkt, er habe Übergewicht, sangen die 16 Kinder des Kinderchors sowie der Kinderkirche. Unter ihnen vier Flüchtlingskinder aus Syrien, dem Irak und Palästina. Auffallend, wie diese Grundschulkinder, die erst vor zwei Monaten in den Chor integriert wurden, bereits jeden Refrain problemlos darboten. Pfarrer Mathias Kraft deutete als „Diener des Hausherren“ die Veranstaltung zu einem Bild. Wie früher Transparente von einer brennenden Kerze erleuchtet wurden, so sollten die Menschen in dieser besonderen Zeit „durchlässig werden für Gottes Licht“. „Dieses Licht scheint durch, wenn wir uns anderen Menschen zuwenden“, so Kraft und verwies auf Arme, Einsame und Heimatlose. Mit „Süßer die Glocken nie klingen“ oder „Leise rieselt der Schnee“ waren jetzt auch die Zuhörer zum Singen eingeladen. Und zwar gemeinsam mit den 30 Sängerinnen und Sängern des vierstimmigen, gemischten Chors.

Mit seiner Ausrichtung zu moderneren Stücken brachte anschließend „con brio“ internationale Klänge ins Kirchenschiff. Eine fröhliche, lebendige spanische Mentalität verbreiteten die 35 Sängerinnen und Sänger mit „Corramos“, einem Weihnachtslied aus Venezuela. Dem nachfolgenden „Weihnacht, frohe Weihnacht“ unterlag die Melodie „Lieb mich, halt mich, küss mich“ des tschechischen Komponisten Karel Svoboda aus dem romantischen Märchen „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“. Mit dem vertonten Wunsch nach Ruhe und der Sehnsucht nach einem winterlichen Idyll verabschiedete sich der Gemischte Chor mit dem volkstümlichen „Winter im Schwarzwald“.

Die Spendeneinnahmen des Abends sowie die Erlöse aus der nachfolgenden Bewirtung in der Pfarrscheuer werden von Pfarrer Mathias Kraft an Bedürftige weitergegeben. Für den 16. April 2016 plant der Sängerbund Gräfenhausen zudem ein Benefizkonzert für Flüchtlinge.