Beste Stimmung herrscht bei den Ehrenamtlichen der Campingkirche rund um den Leiter Nico Untereiner (Mitte, roter Pullover). Foto: Roller
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Schellbronner Campingkirche: Glaube zwischen Zelt und Wohnwagen
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Neuhausen-Schellbronn. Drei Wochen Spiel, Spaß, Gemeinschaft und jede Menge Input hat die Campingkirche in Schellbronn geboten. Am Sonntag endet sie um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst, danach werden die fünf Zelte und sieben Wohnwägen wieder abgebaut. Zahlreiche Menschen haben die Angebote der Ehrenamtlichen genutzt: Erwachsene, Kinder und Jugendliche.

„Für uns ist es wichtig, die Menschen zu Jesus zu führen, ihnen Ruhe zu bieten und Gemeinschaft zu ermöglichen“, erklärt Nico Untereiner, der die Campingkirche in der dritten und damit letzten Woche geleitet hat. Der 27-Jährige freut sich, dass die Corona-Regeln gelockert wurden, dass man sich nun wieder die Hand geben und umarmen darf. Das gehöre bei der Campingkirche einfach dazu. „Es ging natürlich auch ohne, aber so ist vieles einfacher.“ Das bedeutet auch, dass das Küchenteam nicht mehr getrennt von den anderen Helfern essen muss, dass spontan neue Helfer dazukommen dürfen und wieder gesungen werden darf. Letzteres ist für Untereiner ein essenzieller Bestandteil der Campingkirche.

Auf einen anderen essenziellen Bestandteil haben die Ehrenamtlichen dieses Jahr dagegen freiwillig verzichtet: Das Entzünden des Lagerfeuers erschien ihnen angesichts der starken Trockenheit zu gefährlich. Sonst sei man mit der Hitze aber gut zurechtgekommen, erzählt Untereiner. Zwar werde es in den Zelten heiß „wie in einer schwäbischen Sauna“, aber das sei kein Problem. Auch, weil die Gemeindeverwaltung den Helfern Freikarten für das benachbarte Freibad geschenkt hat.

Zur Not helfe auch eine Wasserschlacht. Insgesamt zeigt er sich mit dem Wetter sehr zufrieden. Besser als voriges Jahr sei es jedenfalls gewesen: Da habe es so viel geregnet, dass das große blaue Zelt nach dem Ende der Campingkirche noch einige Tage zum Trocknen stehenbleiben musste, ehe es abgebaut werden konnte. Auch dieses Jahr haben die Ehrenamtlichen ein buntes Programm für die Gäste geboten, die nicht nur vom Campingplatz, sondern auch aus den umliegenden Gemeinden kamen. Morgens gab es im großen blauen Zelt für Kinder Spiel- und Bastelangebote, nebenan Aktionen für Jugendliche und einen Gesprächskreis für Erwachsene, in jeder Woche zu einem anderen Thema. Abends gab es unter dem Titel „Sandmännchen“ eine Andacht mit Liedern, Gebet und der Marionette „Charly“, einem tollpatschigen Riesenstrauß.

Zwischen 80 und 100 Besucher sind dazu laut Untereiner in den vergangenen Tagen gekommen. Viele von ihnen blieben anschließend für das Abendprogramm, das jeden Tag anders war. Ein Nachtgeländespiel hat es gegeben, einen Improvisationsabend, eine eigene Version von „Schlag den Star“ und einen Kinoabend. Das große Interesse bei den Besuchern führt Untereiner auch darauf zurück, dass es sich bei der Campingkirche um ein offenes Angebot handelt, das einen Gegenpol zur immer schneller werdenden Gesellschaft bildet. „Für viele ist es ein Ausbruch aus dem Alltag, der auch entschleunigt.“

Untereiner freut sich über die vielen helfenden Hände und die große Gastfreundschaft, berichtet unter anderem von einem gespendeten Kuchen und einer Popcorn-Maschine, die man ausgeliehen bekam. Begeistert ist er auch von der Unterstützung des benachbarten Campingplatzes und der Kooperation mit den lokalen Kirchengemeinden, die sonntags auf Gottesdienste verzichteten und die Gläubigen an die Campingkirche verwiesen. „Die Stimmung im Team ist sehr gut“, sagt Untereiner und erzählt, manche der 50 Ehrenamtlichen seien zum ersten Mal dabei, andere seit Jahren. rol