Mühlacker/Pforzheim. Der Ausnahmezustand findet sein vorläufiges Ende: Fünf Wochen Schienenersatzverkehr (SEV) zwischen Pforzheim und Mühlacker werden von Sonntag auf Montag durchlitten sein.
Auf dem sprichwörtlichen Zahnfleisch gehen die Kunden zwar nicht, aber vermissen werden die Kunden auch nichts. Zeit für einen Rückblick aus eigenem Erleben. Übrigens: In Kürze sind die Kunden Richtung Karlsruhe und Bad Wildbad beim SEV dran. Zuletzt drängten zu allem Überfluss morgens in Mühlacker ganze Trauben von exkursionsfreudigen Schülerklassen in die Ersatzbusse. Dann war der Mittelgang im Bus so voll, dass keiner mehr umfallen konnte. Warum die Lehrer ihre Reiseheil nicht einfach Richtung Stuttgart suchten, sondern unbedingt nach Pforzheim aufbrachen, bleibt eine offene Frage. Doch man kann es auch positiv interpretieren: Womöglich wollten sie dem Nachwuchs just in time ein Graswurzelerlebnis der besonderen Art vermitteln: wie man sich unter widrigsten Bedingungen im öffentlichen Personennahverkehr bewegen kann.
Auch Expressbusse wurden den Kunden versprochen, also solche Busse, die zu den Stoßzeiten des größten Pendleraufkommens direkt von Pforzheim nach Mühlacker fahren. Dann war bei den Kunden besondere Flexibilität gefragt, denn nicht selten entspannt sich zwischen den Fahrern zweier kurz hintereinander einfahrender Busse ein intensiver Kurzdialog, wer nun Express fährt. Pech für den Kunden, der überraschend in der Expressvariante saß, um bei der beschleunigten Weiterfahrt auf der B10 festzustellen, dass Eutingen, Niefern-Vorort und Enzberg links liegengelassen wurden.
Ungeübte Mitfahrer waren aber selbst mit der gängigen Bummelvariante, die die oben genannten Halte allesamt absolvierte, hoffnungslos überfordert. Eine Familie etwa drückte nach dem erfolgten Halt am Nieferner Bahnhof kurz vor der B10-Kreuzung den Bedarfsknopf im Bus und stürmte zum Fahrer vor. Der solle gefälligst sofort anhalten. Und der Fahrer musste deutlich werden: Er dürfe Passagiere nicht einfach in den fließenden Verkehr springen lassen. Er werde viel Ärger mit der Polizei und seinem Arbeitgeber bekommen. Also konnte die Familie erst in Enzberg aussteigen. Kein Einzelfall.
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