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Bevor es mit dem Auto losgehen kann, muss dieser Salmbacher noch seine Einfahrt frei schippen. Foto: Seibel
Vor allem in den Höhenlagen des Nordschwarzwalds ging auf den Straßen oft nichts mehr: In Langenbrand stehen Autofahrer am Mittag Stoßstange an Stoßstange (links) Foto: Seibel
Selbst die Winter erprobten Höfener müssen bei diesen Schneemassen passen. Ein Räumfahrzeug muss den liegengebliebenen Autos den Weg bahnen. Foto: Seibel
15.01.2016

Schnee in der Region: Gefährliche Rutschpartie statt Winterfreuden

Der Wintereinbruch verwandelt die Region in eine Schneelandschaft. Autofahrer, Räumdienste und Polizei haben mit glatten Straßen zu kämpfen.

Bildergalerie: Schneefall und Verwehungen behindern Verkehr in der Region

Tief „Emma“ hat die Region voll im Griff. Am Freitag waren Wälder, Wiesen und – zum Ärgernis vieler Autofahrer – auch Straßen mit einer dicken Schneedecke überzogen. Die Polizei und der Winterdienst hatten vor allem in den Höhenlagen des Nordschwarzwalds alle Hände voll zu tun: für den Verkehr ging es dort kaum vorwärts.

Bildergalerie: Schnee und Eis in Pforzheim und dem Enzkreis

Bei Neuenbürg seien die Straßen aufgrund des festgefahrenen Schnees am Freitag spiegelglatt gewesen, hatte die Polizei am Abend mitgeteilt. Fahrzeuge seien ins Rutschen gekommen, selbst die Winterräumdienste hätten stellenweise Probleme gehabt. Das gleiche Spiel im Kreis Calw und im Albtal. Dort komme man mit dem Auto an einigen Stellen nicht mehr durch, so die Polizei weiter. Auch Straßen seien deshalb gesperrt worden.

Besonders an den Anstiegen standen Fahrer Stoßstange an Stoßstange, weil andere Autos auf spiegelglatter Fahrbahn diese nicht bewältigen konnten. Beispielsweise auf der Strecke zwischen Schwann und Dennach, von Höfen nach Langenbrand oder vom Eyachtal nach Dobel.

„Wir arbeiten am Limit“, hieß es am Abend aus dem Polizeipräsidium. Im Minutentakt werde man durch das Schneetreiben in der Region alarmiert.

Auch die Straßenmeisterei war mit allen verfügbaren Fahrzeugen im Einsatz. „Wir hatten im gesamten Enzkreis vor allem mit Schneeverwehungen zu kämpfen“, so Reinhard Grob. Auch für das Wochenende sieht er noch einmal viel Arbeit auf die Räumdienste zukommen. „Am Sonntag kommt noch Kälte dazu, bis dahin müssen wir die Straßen freibekommen.“

Der Wintereinbruch war für den ganzen Südwesten laut des Deutschen Wetterdienstes (DWD) bereits für Donnerstag angekündigt. Insgesamt 16 witterungsbedingte Verkehrsunfälle registrierte das Polizeipräsidium Karlsruhe am Freitagmorgen zwischen 6.20 und kurz nach 10 Uhr. Bis auf einen Unfall mit einem Leichtverletzten gingen die Karambolagen gingen durchweg mit Blechschäden ab. 

Nach einem Überschlag mit seinem Wagen gegen 7.10 Uhr auf der Kreisstraße 4541 zwischen dem Kreisverkehr an der Landesstraße 565 und Neuenbürg klagte ein allein beteiligter Fahrer über Übelkeit. Der 19 Jahre alte Mann wurde zur weiteren Abklärung mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Sein Wagen, an dem ein Totalschaden in Höhe von rund 5.000 Euro entstand, wurde abgeschleppt.

Besonders betroffen waren die Bereiche Calw und Nagold. Zu den durchweg kleineren Unfällen, meist  Abkommen von der Fahrbahn und Rutscher auf parkende oder entgegenkommende Fahrzeuge, rückte die Polizei nach Höfen, Bad Liebenzell, Straubenhardt, Calw, Wildberg und Bad Wildbad aus. Weitere solche Unfälle ereigneten sich in Karlsbad, Haiterbach-Oberschwandorf, Simmersfeld, Ostelsheim sowie in den Nagolder Stadtteilen Iselshausen und Vollmaringen.

Zudem blieben auf der B296 zwischen Oberreichenbach und Calmbach sowie auf der Kreisstraße 3555 bei Pfaffenrot mehrere Lkw hängen. Nicht zuletzt dank der teilweise seit 4 Uhr im Einsatz befindlichen Streudienste entspannte sich die Lage ab 10 Uhr zusehends.