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01.09.2016

Schon wieder ein bemaltes Haus - Immobilienhändler Sarow sorgt in Grunbach für Aufsehen

Vor rund einem Jahr sorgt der Pforzheimer Immobilienhändler Andreas Sarow mit der „schwarzen Villa“ für Aufsehen. Ein Haus auf dem Pforzheimer Rodrücken ist auf einmal schwarz. Nun scheint er seine Aktion in veränderter Form wiederholt zu haben. Diesmal nicht in Pforzheim, sondern in Grunbach. Dort beobachten Anwohner, wie ein Haus an der Calwer Straße mit Planen verhüllt wird – und ein Bauteil nach dem anderen bemalt wird.

Diesmal ist nur das Dach schwarz, weiß sind die Wände, rot die Fenstereinfassungen. Und vorne prangt ein rotes Herz. „Dollhaus“, also Puppenhaus, nennt Sarow sein neues Werk. Wird es so viel Aufmerksamkeit erlangen wie die „schwarze Villa“? Das scheint unwahrscheinlich. Aus vier Gründen.

Die Originalität: Mit der „schwarzen Villa“ hat Sarow ein Markenzeichen geschaffen. Obwohl seine Aktion Vorbilder hatte, steht schnell fest: Originell ist es doch, ein Haus in einer Nacht-und-Nebel-Aktion schwarz zu streichen. Dieser Aspekt fällt weg. Sarow scheint sich nur mehr selbst zu zitieren – bloß mit anderen Farben.

Die Überraschung: Ein weiterer Erfolgspunkt der „schwarzen Villa“ war ihr plötzliches Erscheinen. Sarow lässt sie von der einen auf die andere Nacht streichen – von den Nachbarn weitestgehend unbemerkt. Nun ist alles anders. Gestern früh gehen die ersten Hinweise bei der „PZ“ ein. Passanten können schon am Vormittag Fotos vom Entstehungsprozess machen, hören die Stimmen der Arbeiter hinter den Planen. Dass Sarow dahinter steckt, wird schnell klar. Vor dem Gebäude steht ein Anhänger von „Bierbank 24“. Inhaber der Firma: Andreas Sarow.

Das Haus: Die „schwarze Villa“ ist auch schon ohne ihren Anstrich ein beeindruckendes Gebäude. In den 1920er-Jahren erbaut, prägt die denkmalgeschützte Villa zusammen mit ihren baugleichen Nebenhäusern die Friedenstraße. Anders das Grunbacher Haus. Es ist unscheinbar. „Ohne die Arbeiten würde man das Haus kaum als besonders wahrnehmen“, sagt ein Anwohner.

Der Zeitpunkt: Im Sommerloch ist im öffentlichen Interesse auch einmal Platz für abseitige Themen. Doch ein Sommerloch sucht man im Jahr 2016 vergebens. Flüchtlingskrise, Terror, Türkeiputsch. Da bleibt kein Raum für bunte Häuser.

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