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Geballte Kraft: Durch jahreslanges Training weiß sich Jennifer Cagol zu wehren. Sie macht „ESDO“ seit sie zehn Jahre alt ist.  tv-bw
Geballte Kraft: Durch jahreslanges Training weiß sich Jennifer Cagol zu wehren. Sie macht „ESDO“ seit sie zehn Jahre alt ist. tv-bw
Früh übt sich: Leon Preiß (10) trainiert Kombinationen mit Vater Achim.
Früh übt sich: Leon Preiß (10) trainiert Kombinationen mit Vater Achim.
12.02.2016

Selbstverteidigung steht momentan hoch im Kurs – auch in der Region

Wir machen hier keinen Kampfsport, sondern Selbstverteidigung“, erklärt Stefan Schäfer, Vorsitzender von ESDO Straubenhardt. ESDO bedeutet „European Self-Defense Organization“ (zu Deutsch: „Europäische Selbstverteidigungsorganisation“) und wird in Deutschland von mehreren Tausend Sportlern betrieben.

In Straubenhardt trainieren Kinder, Jugendliche und Erwachsene gemeinsam – eine von ihnen ist Jennifer Cagol. Die 24-jährige Studentin hat bereits mehrere Meistertitel in ihrer Sportart errungen. Von ihrer Fitness profitiert sie aber nicht nur beim Sport, sondern auch im Alltag: „Falls mich jemand angreifen sollte, weiß ich, wie ich mich zu wehren habe. Zudem bin ich nicht ängstlich, wenn ich zum Beispiel durch eine dunkle Gasse laufe“, so Cagol.

Regelmäßiges Training nötig

Um Angreifer abzuwehren, reichen oft kleine Tricks: Wird man beispielsweise festgehalten, kann man sich meist schon durch eine kleine Bewegung wieder befreien und aus dem Griff des Angreifers herauswinden. Laut Schäfer reiche es teilweise sogar, laut zu schreien oder dem Angreifer ins Gesicht zu brüllen – vor Schreck und Verwunderung „lässt er dann einfach los und Sie können die Chance nutzen, um wegzulaufen“, erklärt der erfahrene 52-Jährige. Wer aber Techniken richtig erlernen und vor allem im Kopf behalten will, sollte regelmäßig ins Training kommen. „Das ist wie bei einem Erste-Hilfe-Kurs: Wie stabile Seitenlage funktioniert, haben viele nach kurzer Zeit wieder vergessen. Genauso ist es mit der Selbstverteidigung“, so Schäfer. Dass seit den Übergriffen von Köln in der Silvesternacht die Nachfrage nach Selbstverteidigung steigt, merkt auch der Trainer. Allerdings findet er den Aufschwung unter diesen Umständen etwas schade. Denn prinzipiell geht es Schäfer und seinen Schützlingen um den Spaß am Sport und der Bewegung.