Mönsheim. Seit 2015 betreut Simone Reusch vom Bund Heckengäu die Mönsheimer Kirchenfledermäuse. Dazu gehört das Zählen und Dokumentieren der Tiere im Sommer und das Reinigen der Quartiere im Winter. Bei der diesjährigen Zählaktion in der Wochenstube im Kirchenschiff kamen Simone Reusch, Norbert Hillenbrand und Uli Sach auf 72 weibliche Tiere und 5 Männchen im Glockenturm. Das geht aus einer Pressemitteilung des Bund hervor. Die Population in der Nikolauskirche in Mönsheim sei damit weitgehend stabil.
Eine der größeren Arten
Große Mausohren gehören zu den besonders lichtempfindlichen Fledermäusen. Sie verlassen ihr Quartier erst bei völliger Dunkelheit. In Mönsheim hat man sich daher darauf geeinigt, die Kirche nicht zu beleuchten, damit werde ein wichtiger Beitrag zum Schutz der Fledermauspopulation geleistet. Sonst würden die Tiere erst viel später ausfliegen und hätten somit weniger Zeit für die Nahrungssuche. Die Folge wäre schlechter versorgte Jungtiere, die dann möglicherweise den Winter nicht überleben.
Die Modernisierung von Fassaden und Dächern sorge oft für das Verschwinden von geeigneten Lebensräumen. Fledermäuse benötigen sowohl für ihren Winterschlaf als auch für die Aufzucht ihrer Jungen ruhige und sichere Rückzugsorte. Anzutreffen sind sie deswegen häufig in Ritzen und Fugen von Hausdächern und Fassaden oder wie in Mönsheim auf dem Dachboden der Kirche.


Schnell und geschickt: Experten aus Neuhausen erklären die Besonderheiten der Fledermäuse
Das Große Mausohr gehört mit einer Flügelspannweite von bis zu 40 cm zu den größten Fledermausarten in Deutschland. Jedes Individuum benötigt mehrere Hektar Fläche zur Jagd. Die Tiere jagen bevorzugt in alten Laubwaldbeständen dicht über dem Boden hauptsächlich nach Nachtfaltern und Laufkäfern. Besonders geschickt ist das Große Mausohr bei der Jagd auf Käfer, die es durch das feine Hören von Rascheln auf dem Boden lokalisiert. Auf diese Weise trage es zur natürlichen Schädlingsbekämpfung bei, insbesondere während Massenauftreten von Insekten wie Maikäfern. Fledermäuse werden den Insektenbestand regulieren, sie fressen bis zu einem Drittel ihres eigenen Körpergewichts. Darüber hinaus stellt der Kot des Großen Mausohrs einen ausgezeichneten Dünger für den Garten dar.
Schon seit mehr als 50 Millionen Jahren bevölkern die wendigen Insektenjäger die Erde. In den letzten Jahrzehnten ist ihr Bestand allerdings dramatisch eingebrochen aufgrund von Quartiersverlusten, Verlust von Lebensräumen, fehlendem Nahrungsangebot, Insektenschwund, Lichtverschmutzung und Windräder. Auch der Straßenverkehr fordere Opfer unter den Fledermäusen: Mit ihrem sonst so perfekten Ortungssystem können sie sehr schnelle Objekte, wie Autos, anscheinend nicht richtig erfassen.


Längere Betreuungszeit der Amphibienstrecken zu erwarten
Bestand schützen
Durch die Erhaltung geeigneter Quartiere und die Förderung naturnaher Landschaften und unserer Laubmischwälder könnten Menschen dazu beitragen, diese Fledermausart zu schützen und ihre wichtigen ökologischen Funktionen zu bewahren. Alle Fledermäuse sind streng geschützt und dürfen nicht gestört werden.
Der Bund Heckengäu freue sich über die Großen Mausohren, die sich in der Nikolauskirche in Mönsheim wohlfühlen und jedes Jahr zurückkommen und hoffe auf zahlreichen Nachwuchs.




