Ein ausgeschlachteter BMW: So ähnlich haben wohl viele Fahrzeuge ausgesehen, aus denen die Navigationsgeräte gestohlen wurden. Foto: PZ-Archiv

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Serientäter: BMW-Knacker schon wieder in der Region unterwegs

Enzkreis/Karlsruhe. Unbekannte haben in der Nacht auf Freitag im Enzkreis, im Bereich Karlsruhe und dem nördlichen Landkreis Karlsruhe insgesamt 13 Fahrzeuge der Marke BMW aufgebrochen. In allen Fällen gingen die Diebe gleich vor und schlugen zunächst eine Seitenscheibe ein. Anschließend hatten sie es vornehmlich auf Lenkräder und Navigationsgeräte abgesehen. Das deutet einmal mehr auf gezielt vorgehende Serientäter einer auf BMW-Teile spezialisierten Verbrecherbande hin.

Im Bereich Enzkreis waren die Täter im Zeitraum von Donnerstag, 20 Uhr, bis Freitag, 8 Uhr, dreimal in der Gemeinde Eisingen und zweimal in der Gemeinde Neulingen aktiv. In Eisingen waren Fahrzeuge an der Höhenstraße, der Kepplerstraße und der Mozartstraße betroffen. Aus dem BMW in der Höhenstraße entwendeten die Unbekannten das Lenkrad. Ebenfalls das Lenkrad sowie Navigationssystem und Tachoeinheit nahmen die Diebe aus dem in der Kepplerstraße geparkten Pkw mit sich. Ferner stahlen die Autoknacker aus dem in der Mozartstraße geparkten Fahrzeug das Navigationsgerät und die Tachoeinheit. In der Gemeinde Neulingen wurde aus einem in der Straße Am Mittelrain abgestellten BMW das Lenkrad entwendet und an der Schloßstraße nahmen die Täter das Navigationssystem aus einem dort geparkten Pkw mit sich.

Alleine in Waghäusel-Wiesental brachen die Täter in der Zeit zwischen 18 Uhr und 8 Uhr sechs Autos auf. Aus den an der Römerstraße, der Keltenstraße sowie an der Straße Unterer Hagweg abgestellten BMW entwendeten die Unbekannten jeweils das Navigationssystem und das Radio. Aus einem an der Brucknerstraße stehenden Auto stahlen die Langfinger das fest verbaute Navigationsgerät und an der Frankenstraße erbeuteten die Täter aus einem dort geparkten BMW neben Navigationssystem und Radio auch noch Lenkrad, Tachoeinheit und Schalthebel. Zudem entwendeten die Diebe aus einem an der Poststraße abgestellten Auto zusätzlich zum verbauten Navi zwei Sonnenbrillen und eine Armbanduhr.

Im Stadtgebiet Karlsruhe schlugen die Unbekannten zwischen 20.45 Uhr und 7 Uhr an der Vorholzstraße und der Hirschstraße zu. Während sie aber aus dem an der Vorholzstraße abgestellten BMW das Lenkrad erbeuteten, wurden sie offensichtlich bei dem an der Hirschstraße stehenden Fahrzeug gestört, so dass dort zwar die Seitenscheibe zerstört, aber nichts entwendet wurde.

Wer in einem der genannten Fälle verdächtige Wahrnehmungen gemacht hat wird gebeten, sich mit seiner örtlichen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

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Autoknacker: Wer klaut wann und wie?

Immer wieder werden in der Region Autos aufgebrochen, die Lenkräder geklaut, Navigationsgeräte ausgebaut oder die Fahrzeuge verschwinden komplett. Erst vor rund sechs Wochen war das Mühlacker Wohngebiet Stöckach betroffen, als in einer Nacht gleich sieben Fahrzeuge aufgebrochen wurden. In Neulingen-Bauschlott waren es gerade in der Nacht auf den Montag vier BWM und ein Mercedes, aus denen die Navifationsgeräte gestohlen wurden.

Wer steckt hinter den Taten?

Laut Ralf Minet, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, sind für die Autoaufbrüche in der gesamten Region meist osteuropäische Banden verantwortlich. „Das sind Profis, die genau wissen, was sie tun. Sie schlagen schnell und zielstrebig zu und bringen die Beute schnell außer Landes.“ Dort, so Minet, werde diese dann über Händler oder das Internet weiterverhökert.

Wo sind die Schwerpunkte?

Von konkreten Schwerpunkten zu sprechen, sei schwierig, sagt Minet. Denn die Banden zögen „heuschreckenartig“ durch die Lande und schlügen mal hier, mal dort zu. Anders als bei Wohnungseinbrüchen, bei denen die Zahl in den Herbst- und Wintermonaten besonders hoch sei, hätten die Autoknacker zudem das ganze Jahr über Konjunktur.

Welche Fahrzeuge sind betroffen?

Meistens handelt es sich um hochwertige Modelle der Marken BMW oder Mercedes.

Wie gehen die Diebe vor?

Zunächst werden Straßenzüge oder abgelegene Autohäuser ausgekundschaftet, dann wird – häufig in der Nacht – zugeschlagen. Wie Polizeisprecher Minet betont, seien die Täter in Gruppen unterwegs, einige stehen Wache, einige knacken die Autos und montieren Navigationsgeräte und Lenkräder ab. Wenn Scheiben eingeschlagen werden, geschieht dies meistens so, dass die Diebe diese vorher abdämmen, um weniger Lärm zu verursachen.

Weshalb versuchen die Banden nicht, die Autos zu klauen?

Auch dies kommt vor, jedoch seltener. Kleinteile lassen sich leichter ins Ausland schaffen, zudem können moderne Fahrzeuge nicht mehr ohne weiteres kurzgeschlossen werden. Es gibt jedoch auch Einbrecher, die es gezielt auf Fahrzeuge abgesehen haben. Diese brechen dazu in die Häuser ein, stehlen den Schlüssel und fahren mit dem Auto davon. Insbesondere Fahrzeuge, deren Wert im sechsstelligen Bereich liegt, seien von dieser Vorgehensweise betroffen.

Was ist zu tun, wenn man Täter ertappt?

Auf keinen Fall den Helden spielen, warnt Minet. Man wisse nie, wie aggressiv die Verbrecher seien, im schlimmsten Fall bestehe Lebensgefahr. Stattdessen solle man sofort die Polizei verständigen und – falls die Täter fliehen – möglichst genau beobachten, wie die Täter aussehen und wohin sie sich entfernen.

Wie ist die Aufklärungsquote?

Wie bei Einbruchsdelikten üblich, ist diese nicht hoch. Zwar versucht die Polizei mithilfe von Computerexperten insbesondere den Hintermännern, die die Ware verkaufen, auf die Schliche zu kommen. Doch dies gestaltet sich schwierig. „Dabei ist jeder Einbruch einer zu viel“, betont Minet. --- max