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Auf der Toilette einer Schule im Enzkreis soll es zu einer sexuellen Belästigung gekommen sein. Die Aufnahme ist lediglich ein Symbolfoto aus einem anderen Teil Deutschlands und zeigt nicht die betreffende Toilette.  Foto: Symbolbild dpa/Weihrauch 

Sexueller Übergriff auf Schulklo im Enzkreis? – Schwere Vorwürfe, Polizei ermittelt

Enzkreis. Es sind schwere Vorwürfe, die eine PZ-news-Leserin der Redaktion meldet: Missbrauch steht im Raum – ausgerechnet an einem Ort, der Kindern und Jugendlichen Schutz bieten sollte.

Am Dienstag soll ein Jugendlicher in einer Schule im südlichen Enzkreis einen Klassenkameraden sexuell belästigt haben. PZ-Informationen zufolge, die die Polizei nicht bestätigen oder dementieren wollte, handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen 13-jährigen Iraker. Nach Angaben einer Leserin haben zwei weitere Jungen die Schreie des Opfers aus der Schultoilette gehört, eingegriffen und so Schlimmeres verhindert.

Eine Polizeisprecherin bestätigt auf Nachfrage von PZ-news, dass es am Dienstagnachmittag einen „Vorfall“ an der betroffenen Schule gegeben hat. In Folge dessen sei die Polizei eingeschaltet worden. Demnach überprüfen die Beamten derzeit, ob ein Sexualdelikt vorliege. „Das muss alles noch ermittelt werden“, sagt die Polizeisprecherin. Bewahrheiten sich die schweren Vorwürfe, handle es sich dennoch um „strafunmündige Kinder“, da die Beteiligten noch keine 14 Jahre alt seien. Derzeit werden nach Angaben der Polizei all jene Kinder befragt, die etwas zu dem Vorfall wissen könnten. Zu diesen Befragungen werden aufgrund des Alters der Beteiligten auch die Eltern hinzugezogen.

Die Vorwürfe der Leserin richten sich auch gegen die Schulleitung. Diese würde den Vorfall herunterspielen. Nach Angaben der Polizei war es jedoch die Schule, die die Beamten informiert hat. Die Leitung der betroffenen Schule wollte sich zu dem Vorfall aus Gründen des Opferschutzes nicht äußern. Damit das möglicherweise geschädigte Kind nicht identifiziert werden kann, nennt auch die PZ weder die Schule noch den genauen Ort des Geschehens. Eine Anzeige laufe aufgrund des Alters des Tatverdächtigen ins Leere, empört sich die Leserin.

Staatsanwalt Bernhard Ebinger erklärt auf Nachfrage, dass ihm bislang nichts zu einem derartigen Vorfall vorliegt. Zunächst überprüfe die Polizei einen solchen Sachverhalt. Sollten sich die Vorwürfe als wahr herausstellen, wäre der Fall dennoch aufgrund des Alters des Tatverdächtigen strafrechtlich nicht relevant. Besonders sei auch der mögliche Geschädigte zu schützen. Jedoch würde Jugendamt in solchen Fällen eingeschaltet und ein eigener Zuständiger den Sachverhalt prüfen.

Das Haus des Jugendrechts Pforzheim-Enzkreis ist in die derzeitigen polizeilichen Ermittlungen involviert, bestätigt der dortige Koordinator Martin Duske. Bewahrheite sich der Vorwurf, wären mögliche Maßnahmen beispielsweise ein Anti-Aggressions-Training oder – bei Angehörigen anderer Kulturkreise – die „interkulturell orientierte Gesprächsweisung“. Das sind Sitzungen, bei denen über kulturelle Missverständnisse aufgeklärt wird.