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Eine bodennahe Gülleaufbringung reduziert Stickstoffverluste. Foto: Kollros

So ein Mist: Düngen der Felder startet wieder – Geruchsbelästigung für Anlieger

Enzkreis/Neulingen-Bauschlott. Jetzt sind sie wieder unterwegs, die Landwirte, die ihre Felder düngen – und so mancher, der sich in der freien Natur aufhält, wird mit der Nase rümpfen. Indes: Es sind die Nährstoffe, die die Jungpflanzen benötigen, um gesundes Getreide und andere Feldfrüchte reifen zu lassen – und die natürlichsten zudem: Mist und Gülle aus der Milchviehhaltung.

Gleichwohl gibt es immer wieder Zeitgenossen, denen die „Landluft“ beim Spaziergang oder der Wanderung missfällt oder die auch mal bei entsprechender Windrichtung in die Wohnsiedlungen getragen wird. „Aber wir nehmen schon bewusst Rücksicht auf die Interessen der Bevölkerung, die wir nur so gering wie möglich belästigen wollen, und koordinieren unsere Fahreinsätze entsprechend“, so der Bauschlotter Landwirt Joachim Fuchs. Bei ihm hielt das Landwirtschaftsamt des Enzkreises gestern einen Pressetermin ab, der der Aufklärung der Öffentlichkeit über ein mit einem „G’schmäckle“ behafteten Thema dienen sollte, so Hilde Neidhardt, Dezernentin im Landratsamt.

Landwirt Fuchs berichtete aus der Praxis, durch Düngung die Pflanzen auf dem Feld „leistungs- und bedarfsgerecht zu ernähren, wie’s auch bei uns Menschen sein sollte“. Dabei bringt er größtenteils Gülle und Festmist aus seiner Milchviehhaltung (65 Tiere) samt Jungviehaufzucht auf seine Felder und nur im beschränkten Umfang organischen Dünger mit den Hauptbestandteilen Stickstoff und Phosphor aus der Fabrik. Dieser Tage erst hat er eine Fuhre von rund 20 Tonnen erhalten, die bei ihm ein Jahr als ergänzende Düngung ausreicht („jede Schippe kostet Geld“), während das jährliche Güllevolumen rund 1500 Kubikmeter beträgt. Auch der Leiter des Landwirtschaftsamts, Jürgen Krepp, ist ein Verfechter des im Stall anfallenden Wirtschaftsdüngers: „Das ist doch toll: ein sauberer, optimaler Naturkreislauf“.

Der Bauschlotter Landwirt Fuchs, einer der noch wenigen Hauptamtlichen im Bereich der Bauschlotter Platte, geht bei der Gülleausbringung noch einen Schritt weiter: Er hat am Tankwagen einen Schleppschlauchverteiler im Einsatz. Dies habe den Vorteil, dass sich die Gülle nur wenig mit der Luft vermischt und somit Geruchsbelästigungen wie auch klimaschädliche Stickstoffverluste weitestgehend reduzierten.