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Nicht nur einen vorbeifahrenden Mercedes, auch einen Mann wollte ein Stier in Birkenfeld auf die Hörner nehmen. Auf seiner Flucht vor dem Metzger hatte der Bulle elf Autos beschädigt.
Nicht nur einen vorbeifahrenden Mercedes, auch einen Mann wollte ein Stier in Birkenfeld auf die Hörner nehmen. Auf seiner Flucht vor dem Metzger hatte der Bulle elf Autos beschädigt. © Videoshot: Jaber
28.05.2014

Spektakuläre Stier-Attacke in der Region: Bulle flieht vor Metzger

Zur Zeit sorgen zwei spektakuläre Fälle mit ausgebüxten Tieren für viel Aufsehen in Baden-Württemberg. Eine Kuh verletzte fünf Menschen, nachdem es von einer Weide bei Waiblingen flüchtete. Erst im vier Kilometer entfernten Korb konnte ein Tierarzt die Kuh mit einem Gewehr betäuben. Am Montagabend sorgte ein entlaufener Stier für einen Großeinsatz und zahlreiche Zugausfälle in Sindelfingen. Auch in der Region kennt man entlaufene Rinder:

Als Autohändler an der Wildbader Straße in Birkenfeld ist Ali Jaber Kontakt zu den unterschiedlichsten Kunden gewohnt. Dass sich ein Stier auf seinem Ausstellungsplatz umsieht, ist aber neu für ihn. Fast wäre Jaber am Dienstag beim Aussteigen aus einem Renault, den er umparken wollte, von einem plötzlich heranstürmenden Bullen umgerannt worden. Das zwei Jahre alte, aufgeregte Tier war kurz zuvor vor dem Metzger in einem fleischverarbeitenden Betrieb im Brötzinger Tal geflüchtet.

Der mehrere Hundert Kilo schwere Stier war auf seiner Flucht bei Jaber Autohandel in eine Sackgasse gerannt. Dort hatte er acht Autos beschädigt, mindestens drei weitere Fahrzeuge fielen ihm noch an anderer Orten entlang seines Fluchtweges zum Opfer. Einen vorbeifahrenden Mercedes wollte der Stier auf seine Hörner nehmen, ohne jedoch Erfolg zu haben. Den Schaden auf seinem Autohof schätzt Ali Jaber auf 8000 bis 9000 Euro. Ein Gutachter hat am Mittwochmittag die Kratzer und Beulen auf der Schaufläche des Birkenfelder Autohändlers aufgenommen. Insgesamt, so die Polizei, soll der Schaden bei 15.000 Euro liegen.

Der Autohändler ist froh, dass die Begegnung mit dem Stier für ihn noch halbwegs glimpflich abgelaufen ist. Jaber konnte aus dem Renault heraus filmen. Andere hatten schmerzhafte Erfahrungen mit dem Bullen gesammelt. Ein Mitarbeiter des fleischverarbeitenden Betriebs, aus dem das Tier ausbüxen konnte, soll, so Jaber, bei einer direkten Begegnung in einer Abwehrreaktion dem Tier gegen die Stirn getreten haben, worauf der Stier ihn nach hinten gegen ein Auto geschleudert hatte. Danach musste der Mann flüchten, um nicht von dem massigen Stier überrannt zu werden.

Das tödliche Ende der Flucht hat Jaber nicht mitbekommen. Von anderen Anwohnern habe er gehört, dass Polizisten das Tier mit sechs Gewehrschüssen erlegt hätten. Es war zu einer Gefahr für den Verkehr auf der B294 und auch für den Zugverkehr auf der Enztallinie geworden.

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