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Schnell gefunden war am Montag der in einem Anglersee versenkte Opel für Taucher Wilko Klisch - weil eine Antennenspitze ihm zeigte, wo er suchen musste. Oft müssen Polizeitaucher dagegen ohne Sicht den Grund eines Gewässers Zentimeter für Zentimeter abtasten. Foto: Ketterl
10.12.2013

Spezialisten fürs Fischen im Trüben

Neuhausen/Karlsruhe. Für einen Taucher wie Wilko Klisch gibt es nervenaufreibendere Einsätze als denjenigen am Montag im Anglersee zwischen Steinegg und Hamberg. Schon wegen der Autoantenne, die ein Stück aus dem Wasser ragte.

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Die Frage, wo genau er suchen muss, stellte sich für Klisch deshalb nicht. In seinem Job eher die Ausnahme. Denn oft genug fischen er und andere Polizeitaucher buchstäblich im Trüben. Das kann einem der Verantwortliche für den Tauchdienst bei der Landespolizeidirektion Karlsruhe, Polizeihauptkommissar Hanspeter Brose sehr klar vor Augen führen. Viel klarer, als das Wasser bei den Tauchgängen in der Regel ist.

Wenige Zentimeter Sicht waren es für Wilko Klisch bei Steinegg. Die Taucherbrille musste er fast auf das Kennzeichen des versenkten Opels drücken, um es lesen zu können. Es war das gleiche wie das Calwer Kennzeichen, das die Polizei nach einem Unfall in Friolzheim im September sichergestellt hatte. Diese Vermutung bestätigte gestern Polizeisprecher Frank Otruba.

Oft sind die Einsatzbedingungen für Polizeitaucher viel komplizierter, so Hanspeter Brose. Wenn etwa in größerer Tiefe ohne Sicht nach einer Tatwaffe gesucht werden müsse. Zentimeter für Zentimeter müsse der Grund abgetastet werden. „In solchen Situationen braucht man viel Ruhe und die Sicherheit, seine Geräte auch im Dunklen zu bedienen“, sagt der Experte, der auch für die Ausbildung dieser Taucher zuständig ist.