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Kein Pardon für die Angeklagten vonseiten der Staatsanwaltschaft, trotz deren Schuldeingeständnis.

Staatsanwalt fordert Haft: Kein schnelles Geld mit Marihuana

Enzkreis/Pforzheim/Karlsruhe. Beide Angeklagte räumten ihre Schuld ein, trotzdem fordert die Staatsanwaltschaft für den Hauptangeklagten aus dem Enzkreis eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten, ein Jahr davon soll in einer Entziehungsanstalt verbracht werden.

Die Beweisaufnahme im Prozess um den Schmuggel von kiloweise Marihuana von Spanien nach Deutschland ist am zweiten Verhandlungstag vor der Auswärtigen Strafkammer des Landgerichts Karlsruhe in Pforzheim abgeschlossen worden. Wie der Vorsitzende Richter Andreas Heidrich erklärte, war schon nach dem ersten Prozesstag ein Gespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden. Auch gestern wurde die Verhandlung für einen solchen Austausch unterbrochen. Schließlich räumten beide Angeklagten ihre Schuld ein. Die Staatsanwaltschaft fordert dennoch für den Hauptangeklagten aus dem Enzkreis eine Haftstrafe von drei Jahren und zehn Monaten. Ein Jahr davon könne aber in einer Entziehungsanstalt verbracht werden.

Am Ende könnte der Mann aus dem Enzkreis bei guter Führung die Zeit hinter Gittern bei einer sogenannten Halbstrafe so gut wie vorbei sein. Schließlich hat er bereits sechs Monate Untersuchungshaft abgesessen.

Ein mögliches Motiv für den Schmuggel wurde im Prozess so geschildert: Der Hauptangeklagte haabe aufgrund von vererbten Schulden sich auf die illegalen Geschäfte eingelassen. Er habe keine andere Möglichkeit gesehen, diese zu tilgen. Erster Zeuge war der in Frankreich festgenommene Fahrer eines Transporters (die PZ berichtete). Mit dem Mann aus dem Enzkreis absolvierte er eine erste Beschaffungsfahrt im November 2017. In Spanien, erwarben beide 30 Kilogramm Marihuana und fuhren damit in den Großraum Stuttgart. Die zweite Fahrt erfolgte im Dezember 2017 – zusammen mit einem Mitangeklagten aus dem Stuttgarter Raum. An Bord dabei über 30 Kilogramm Droge. Dabei war das Trio aufgeflogen.

Die französische Polizei hatte den Transporter gestoppt, die Drogen bei einer Durchsuchung gefunden und den Fahrer verhaftet. Der Mann hat bereits eine sechseinhalb Monate lange Haftstrafe in Frankreich abgesessen und eine Geldstrafe in Höhe von 33 000 Euro bezahlt. Die beiden jetzt Angeklagten waren dem Transporter zwar vorausgefahren, um dessen Fahrer per Handy vor Kontrollen zu warnen. Das ging schief. Zeugen der Ermittlungsbehörden erläuterten die Vorgehensweise des Zolls. Durch die Videoüberwachung der Mautstellen und die Kennzeichenerkennung entlang der Autobahnen habe man die beiden Fahrzeuge der Schmuggler verfolgt. Nach einem ersten Verdacht hatte der Zoll die Telefone der Angeklagten über einige Monate überwacht. Die Gespräche erhärteten den Verdacht. Die Zollbeamten durchsuchten auch die Wohnungen der mutmaßlichen Schmuggler. Über 20 Gramm Marihuana wurden beim Hauptverdächtigen gefunden, die er mit Eigenbedarf erklärte. Beim Nebenangeklagten habe man trotz starken Marihuanageruchs nur kleine Mengen im Staubsaugerbeutel gefunden.

Die Plädoyers der Verteidiger und das Urteil sind für Freitag, 30. August, ab 10 Uhr angesetzt.