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Wie die Mühlacker Stadtmitte in den kommenden Jahren genutzt werden soll, ist unklar. Foto: Meyer

Streitpunkt „Mühlehof-Loch“: Wie geht es neben dem Rathaus weiter? Diese Frage treibt Mühlacker um

Mühlacker. Vielleicht muss diese Geschichte mit einem Blick in die Vergangenheit beginnen. Als der Abriss des Mühlehofs feststand – jenes Kolosses, der nicht nur jahrzehntelang das Stadtbild verschandelte, sondern lange Zeit auch noch vollkommen unwirtschaftlich gewesen ist – da war sich der Gemeinderat der Stadt Mühlacker einig: Unmittelbar nach dem Abbruch muss mit dem Neubau einer Stadthalle begonnen werden.

Dass dies nicht geklappt hat, sieht jeder, der hin und wieder über den Kelterplatz schlendert. Und von der einstigen Einigkeit, den Neubau nicht schnell genug angehen zu können, ist ebenfalls nicht mehr viel übrig. Die PZ hat sich bei den Fraktionen umgehört. „Aus unserer Sicht wird die Halle in den kommenden Jahren nicht zu stemmen sein“, sagt Rolf Leo, Sprecher der Freien Wähler im Gemeinderat. Die Sanierung des Schulzentrums Lindach sowie die Umgestaltung des Ziegelei-Areals müssten unbedingt Vorrang haben. Im Hinblick auf den Zustand des ehemaligen Mühlehof-Standorts spart Leo nicht mit Kritik: „Es ist eine unerträgliche Situation. Seit Beginn des Jahres ist die Baustelle verlassen und die Planen zur Abdichtung sind noch nicht verlegt. Die Stadt muss hier viel mehr Druck machen.“ Für die Zeit, in der nicht klar ist, wie es am Standort weitergeht, könnte sich Leo eine stabile Überdachung des „Mühlehof-Lochs“ vorstellen. „Dann hätten wir eine Art Sommer-Halle, in der Veranstaltungen aller Art stattfinden können – und im Winter reicht der Uhlandbau.“

CDU-Chef Günter Bächle ist hingegen davon überzeugt, dass eine Stadthalle weiterhin realisiert werden kann – parallel zur Ziegelei und der Schulsanierung im Lindach. „Wenn wir keine massiven Steuereinbrüche haben, muss das leistbar sein“, sagt Bächle. Das Thema sei für seine Fraktion alles andere als erledigt – gerade in der jetzigen Phase niedriger Zinsen. „Wir werden für die Stadthalle ohnehin Geld aufnehmen müssen. Da wäre es unklug, zu warten, bis die Zinsen wieder steigen.“ Und Bächle erinnert an das Versprechen des Gemeinderats, den Stadthallenneubau zügig angehen zu wollen: „Man darf solche Beschlüsse nicht fällen und dann so tun, als zähle das nicht mehr.“

Die Stellungnahmen weiterer Mühlacker Stadträte lesen Sie am Samstag, 7. September 2019, in der „Pforzheimer Zeitung (Ausgabe Mühlacker)“ oder im E-Paper auf PZ-news.

Max Lutz

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Laura Cichecki

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