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Constanze Heck, Hans Necker, Philipp Beck und Kai Kübler verschaffen sich einen Überblick über den Zustand der Bäume auf einer der für das Projekt relevanten Streuobstwiesen (von links).  Foto: Landratsamt Calw/Dinkelaker 
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Gepflegte Bestände sind ein wichtiger Lebensraum für Fledermäuse.  Foto: Landratsamt Calw,/ Dinkelaker 

Streuobstwiesen für Fledermäuse: Reaktivierung von Bahnstrecke Richtung Calw dient als Anlass

Kreis Calw. Im Rahmen der Reaktivierung der Bahnstrecke von Weil der Stadt nach Calw als Bestandteil der „Hermann-Hesse-Bahn“ wurde zwischen dem Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn und dem Landesverband des Naturschutzbundes Deutschland ein umfangreiches Maßnahmenpaket zum Schutz der in und an den Bestandstunneln lebenden und überwinternden Fledermausarten vereinbart.

Dazu zählen laut einer Pressemitteilung unter anderem die Bechsteinfledermaus oder die Breitflügelfledermaus.

Es sollen unter anderem verschiedene bauliche Maßnahmen umgesetzt werden. In den Bestandstunneln wird die sogenannte „Kammerlösung“ realisiert und im Umfeld wurden bereits zusätzliche Ersatzquartiere gebaut. Ein Großteil der Fledermaus-Maßnahmen zielt aber auf eine populationsstützende Aufwertung von Flächen im näheren Umfeld der Bahnstrecke ab. Dazu gehören neben der Neuanlage und Reaktivierung von Tümpeln auch Projekte im Wald, die den Fledermäusen mehr Lebens- und Nahrungsräume bieten sollen. Den größten Teil der Maßnahmen bildet aber die langfristige Aufwertung mehrerer großer Streuobstgebiete entlang der Bahnstrecke.

Streuobstwiesen prägten nicht nur das typische Kulturlandschaftsbild, so die Pressemitteilung weiter, sondern seien auch von großer Bedeutung für den Natur- und Artenschutz. Sie böten einen unverzichtbaren Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Darunter auch zahlreiche Fledermausarten, die Streuobstwiesen bei ihrer Nahrungssuche als Jagdhabitate und alte Baumhöhlen im Sommer als Schlafplätze nutzten.

Fachgerechte Pflege

Um die ökologische Funktion, aber auch die Ertragsfähigkeit der Bäume langfristig zu erhalten, bedarf es einer regelmäßigen und fachgerechten Pflege. Für Streuobstwiesenbesitzerinnen und -besitzer sei dies eine arbeitsintensive und in vielen Fällen auch selbst kaum leistbare Aufgabe.

Für die Umsetzung der zahlreichen Fledermaus-Schutzmaßnahmen wurde deshalb im vergangenen Jahr ein Kooperationsprojekt zwischen dem Zweckverband Hermann-Hesse-Bahn und dem Landschaftserhaltungsverband Calw (LEV) ins Leben gerufen.

Seit August 2021 betreut Constanze Heck die Umsetzung der populationsstützenden Maßnahmen entlang der Bahnstrecke. Die studierte Agrarwissenschaftlerin und ausgebildete Fachwartin für Obstbaumpflege kümmert sich nun zunächst vorwiegend um die zu pflegenden Streuobstbestände. Insgesamt sollen 20 Hektar Streuobstflächen in den Bereichen Althengstett, Ostelsheim und Calw aufgewertet und fachgerecht gepflegt werden. Es handelt sich um mehr als 150 Flurstücke mit über 1000 Bestandsbäumen.

Viele der potenziell geeigneten Flächen seien bereits ausgewählt und die Grundstückseigentümer kontaktiert worden. „Die aktive Pflege der Obstbäume ist entscheidend, damit diese ein hohes Baumalter erreichen und wertvolle Habitatstrukturen entstehen können“, berichtet Heck.

Geplant seien neben fachgerechten Pflegeschnitten bestehender und überalterter Streuobstbäume auch Neupflanzungen, um größere Lücken im Baumbestand zu schließen. Die Pflegeschnitte sollen von ausgebildeten Obstbaumfachwarten ausgeführt werden. Hier würden derzeit Gespräche mit der Baum- und Fachwartevereinigung im Kreis Calw laufen.

Ziel des Projekts seien mehrere große, gepflegte Streuobstbestände. „Insbesondere alte Bäume bieten durch den Totholzanteil vielen Insekten ein Zuhause. Diese wiederum dienen unseren Fledermäusen als attraktive Nahrungsquelle“, fasst Heck zusammen.