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Unter dem Motto „Blas‘ Musik in die Welt“ gab die Orchestervereinigung Calmbach unter der Leitung von Manuela Maly (vorne) nach zwei Jahren Corona-Pause ihr in den Mai verlegtes „Neujahrskonzert“ in der Enztalhalle.  Foto: Ferenbach 

Symphonische Klänge beim Neujahrskonzert der Orchestervereinigung Calmbach

Bad Wildbad-Calmbach. Zum coronabedingt auf den Mai verschobenen Neujahrskonzert hat die Orchestervereinigung Calmbach (OVC) am Samstagabend unter dem Motto „Blas’ Musik in die Welt“ eingeladen. Und besser hätte der erste Titel „Euphoria“, welchen die 36 Musikerinnen und Musiker unter der Leitung von Manuela Maly intonierten, nicht zu der Stimmung in der Enztalhalle passen können.

„Wir sprühen vor Freude und Euphorie, nach zwei Jahren Zwangspause endlich wieder Musik präsentieren zu können“, meinte Erste Vorsitzende Nadja Ziefle bei der Begrüßung der zahlreichen Gäste, darunter Bürgermeister Marco Gauger.

Dem festlichen Marsch von Martin Scharnagel folgte – nicht minder zum Anlass passend – das symphonische Stück „Der Festtag“ des österreichischen Komponisten Sepp Tanzer. Zu den Lieblingsstücken der Orchestermitglieder gehört „Ross Roy“, eine musikalische Reise durch die gleichnamige monumentale Villa im australischen Brisbane des niederländischen Komponisten Jacob de Haan. In vielen Metaphern greift er den strukturierten Alltag des dort untergebrachten Colleges auf. Timo König glänzte hier als Solist am Saxophon.

Den bisher größten Erfolg des Komponisten Timo Dellweg, den „Kaiserin Sissi-Marsch“, brachte das Blasorchester im Anschluss unter der Leitung von Vizedirigent Kornelius Kremser zu Gehör. Mit dem Marsch „Blas’ Musik in die Welt“ von Martin und Stephan Hutter von den Egerländer Musikanten griff der Klangkörper musikalisch das Motto des Abends auf, das auch die vielen Weltkugeln in der Halle symbolisierten. Dem Klimawandel, „ein großes Thema unserer Zeit“, wie es die beiden Moderatorinnen Nadja Ziefle und Sophie Rotfuß betonten, widmete das Orchester den Titel „Schmelzende Riesen“, in welchem das „dramatische Verschwinden der Gletscher“, aber auch eine Schlittenhundefahrt in der Arktis musikalisch interpretiert werden. Die Auswirkungen des Klimawandels habe unter anderem das Ahrtal im Jahr 2021 mit der Flutkatastrophe zu spüren bekommen, meinte Ziefle. 134 Tote und Zerstörungen der Infrastruktur, deren Folgen noch für viele Jahre zu sehen sein werden, seien zu beklagen. Durch die beiden Benefizkonzerte der OVC und des befreundeten Musikvereins aus Waldstetten seien rund 17.000 Euro an Spendengeldern zusammengekommen, führte die Vorsitzende aus.

Für den verhinderten Ortsvorsteher bedankte sich Hans-Rudolf Alfter namens der Gemeinde Walporzheim im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler für die Unterstützung der Flutopfer. Alfter koordinierte die Verteilung der Spendengelder und Hilfsgüter vor Ort und schilderte nochmals die dramatische Situation, als ganze Häuser oder Brücken von den meterhohen Wassermassen mitgerissen wurden und die Bewohner ohnmächtig zurückließen. „Die Spendengelder wurden in einen Fonds eingezahlt, der Menschen im Ort unterstützt, die alles verloren haben und nicht versichert waren“, informierte Alfter. Im Gedenken an die Flutopfer, aber auch an alle Verstorbenen des Vereins stimmte das Orchester das Lied „Von guten Mächten“ an. Mit der „Perger Polka“ von Kurt Gäbele verabschiedete es sich vom Publikum.