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Den Rathaus-Neubau in Remchingen erklimmen die Teilnehmer.  Foto: Zachmann 

Tag der Architektur: Kirche, Bürogebäude und Rathaus regen zur Diskussion an

Remchingen/Pforzheim. Dass ein Bus voller Architekten, Baukunstschaffenden und Bürgern langsamer unterwegs ist als geplant, liegt weniger am Fahrer oder den Straßenverhältnissen am deutschlandweiten Tag der Architektur, sondern vielmehr daran, dass es Hans Göz, dem Vorsitzenden der Architekten-Kammergruppe Pforzheim-Enzkreis, gelungen ist, drei auf ihre eigene Art herausragende und diskussionsanregende Objekte anzusteuern.

Nach dem Auftakt in der umgebauten Heilig-Geist-Kirche in Dillweißenstein, ging es für die Gruppe weiter auf die Wilferdinger Höhe, wo die Metallgroßhandlung Haecker ihr Bürogebäude mit einer „Punktewand“ raum- und geschossübergreifend aufgestockt hat.

Mitten auf die Baustelle führte die Tour schließlich zu Remchingens neuer Ortsmitte, wo Architekt Thomas Steimle und Bauamtsleiter Markus Becker Einblicke in den Rathausneubau gewährten. Bewusst habe die Gemeinde ein Rathaus und kein Verwaltungsgebäude geplant, betonten sie im weitläufigen Atrium des fünfeckigen Sichtbeton-Bauwerks.

Sie erklärten die von Gegnern scharf kritisierte Entscheidung, für rund 14 Millionen Euro groß und mit Einbezug von Gastronomie und Fremdvermietung zu bauen. Während die Brauerei schon läuft, ist der Umzug der Verwaltung für September geplant. Neben dem mineralischen Wandaufbau stechen die kaskadenartige Treppe und die offene Gestaltung des Trausaals und des samt Empore zweigeschossigen Sitzungssaals hervor.

„Die Auswahl der drei Gebäude ist fantastisch, ich bin wieder einmal beeindruckt“, freute sich Grafikerin Carolin Golderer aus Pforzheim als treue Teilnehmerin des Tages, der in diesem Jahr unter dem Motto „Räume gestalten“ stand.

Das vielschichtige Angebot lobten auch Joachim und Nicole Lichter. Aus Erfahrung wissen die beiden Architekten, dass sowohl im Gewerbebereich als auch privat der Fertigbau immer mehr im Kommen sei: „Die einen behaupten, mit Architekten zu bauen sei teuer – die anderen sind stolz, die richtige Entscheidung getroffen und für ihren Bedarf genau passend gebaut zu haben.“ Dies sei eine tolle Gelegenheit für Architekten im ganzen Bundesgebiet, auf sich aufmerksam zu machen.