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Betroffen: Junge Besucher beim Verkehrssicherheitstag auf dem Pforzheimer  Messplatz im Angesicht des Unfallwracks, in dem eine Person verbrannte.
Betroffen: Junge Besucher beim Verkehrssicherheitstag auf dem Pforzheimer Messplatz im Angesicht des Unfallwracks, in dem eine Person verbrannte. © Marx
15.07.2011

Tödlicher Unfall: Vater und Ersthelfer berichten

PFORZHEIM/KÖNIGSBACH-STEIN/NEULINGEN Bewegend gestaltete sich der Auftakt zum Verkehrssicherheitstag auf dem Pforzheimer Messplatz: Nach der Begrüßung der Gäste durch den Leitenden Polizeidirektor der Polizeidirektion Pforzheim, Burkhard Metzger, kam der Vater des am 12. Juni dieses Jahres bei einem Unfall auf der Landesstraße 611 zwischen Neulingen-Bauschlott und Königsbach-Stein getöteten 20-Jährigen zu Wort.

Dieser war auf dem Beifahrersitz eingeklemmt worden und hatte von den Ersthelfern trotz intensiver Bemühungen nicht mehr aus dem brennenden Fahrzeug befreit werden können. Der Unfall war vom 19-jährigen Bruder des Unfallopfers verursacht worden. Für die Angehörigen ist die Qual bis heute eine doppelte: Der schreckliche Tod des 20-Jährigen muss psychologisch verarbeitet werden und die Unfallschuld des 19-jährigen Bruders kostet die Familie nicht minder Kraft.

Vor zahlreichem Publikum, darunter auch vielen Jugendlichen, mahnte der Vater, vorsichtig zu fahren: "Tut das Euren Eltern, Geschwistern und Freunden nicht an. Denkt vor der Fahrt an die Folgen, die so verheerend sein können", sagte der Vater, dem bei seiner Rede mehrfach die Stimme versagte und kurz innehalten musste. Das ausgebrannte Fahrzeugwrack war beim Verkehrssicherheitstag ebenfalls ausgestellt. Ebenfalls bewegend: Der Ersthelfer am Unfallort, ein zufällig vorbeikommender Fahrradfahrer, schilderte seine Erlebnisse bei der dramatischen, aber letztlich gescheiterten Aktion, den 20-Jährigen doch noch aus dem Beifahrersitz zu retten. Niemand habe einen Feuerlöscher oder eine Rettungsdecke dabei gehabt. Mit diesen beiden Hilfsmitteln hätte man womöglich das Leben des Eingeklemmten doch noch retten können.