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Mit dem von dem Öschelbronner Renter Siegfried Straub gegründeten Verein „Kinder der Erde“ können in Burkina Faso inzwischen rund 150 Patenkinder und damit die für sie so wichtigen Schulplätze unterstützt werden. Fotos: Straub
Mit dem von dem Öschelbronner Renter Siegfried Straub gegründeten Verein „Kinder der Erde“ können in Burkina Faso inzwischen rund 150 Patenkinder und damit die für sie so wichtigen Schulplätze unterstützt werden. Fotos: Straub
Auch Mario Förster engagiert sich in Afrika. Gemeinsam mit seiner Frau Birgit, die Bürgermeisterin von Niefern-Öschelbronn, übernahm er zwei Patenschaften. Bei den Kindern kamen die Aktivitäten gut an.
Auch Mario Förster engagiert sich in Afrika. Gemeinsam mit seiner Frau Birgit, die Bürgermeisterin von Niefern-Öschelbronn, übernahm er zwei Patenschaften. Bei den Kindern kamen die Aktivitäten gut an.
Wenn er nach Burkina Faso fliegt, bringt Roland Straub (rechts) seinen Schützlingen immer etwas mit.
Wenn er nach Burkina Faso fliegt, bringt Roland Straub (rechts) seinen Schützlingen immer etwas mit.
Im neuen Nähzentrum in Sindou absolvieren Kinder und Frauen eine Lehre zur Schneiderin und arbeiten unter anderem auch an Sporttaschen.
Im neuen Nähzentrum in Sindou absolvieren Kinder und Frauen eine Lehre zur Schneiderin und arbeiten unter anderem auch an Sporttaschen.
05.04.2019

Tolle Arbeit im Ausland: Öschelbronner engagieren sich in Burkina Faso

Niefern-Öschelbronn. Schon neun Mal ist Siegfried Straub aus Öschelbronn nach Burkina Faso geflogen. Seit einem Jahrzehnt hilft der Rentner in dem Dorf Sindou im Südwesten des Landes den Einwohnern, betreut mit dem von ihm gegründeten Verein „Kinder der Erde“ inzwischen rund 150 Patenkinder. Der afrikanische Staat ist eines der ärmsten Länder der Welt.

Auch die zehnte Reise war für den 81-Jährigen keine Routine. „Wir hatten einmal mehr enorm viel zu tun, zumal Unwetter etwa 300 Hütten im Dorf zerstört hatten“, erzählt der frühere Goldschmied und Lehrer. Nach Reisen um die ganze Welt hatte er bei seinem ersten Aufenthalt in Afrika die faszinierende Felsformation Pics de Sindou entdeckt – und seither ließ ihn dieser Ort nicht mehr los, wie die PZ bereits berichtete.

Begleitet wurde Straub diesmal von Mario Förster. Der Ehemann und seine Frau Birgit, die Niefern-Öschelbronner Bürgermeisterin, haben zwei Patenschaften übernommen. „Die monatlichen 15 Euro pro Kind sind nicht viel, decken aber die Kosten für einen so wichtigen Platz in der Schule ab“, sagt der 47-jährige Maschinenbautechniker, der sich jetzt erstmals nach Afrika aufmachte.

Straub und Förster starteten mit vollgepackten Koffern von Öschelbronn nach Stuttgart und mit dem Flieger über Brüssel in das bettelarme Land. Kleidung, Bleistifte, Taschen und Geräte brachten sie für die Schüler mit. Eigentlich wollte das Hilfsduo nach der Landung in der Hauptstadt Ouagadougou mit Solarlampen nach Sindou fahren. „Wir haben fast vier Stunden lang vergeblich auf vorher zugesagte Lampen gewartet“, blickt Straub auf den ärgerlichen Beginn des dreiwöchigen Trips zurück.

Auszüge aus Straubs Tagebuch

In Sindou ist dank Straubs Engagement vieles besser geworden. Das hielt er in einem Tagebuch über seine zehnte Reise nach Afrika fest:

Die erste Station in Sindou war das fertiggestellte neue Nähzentrum, die vorherige Unterkunft war zu klein geworden. Es war schön, zu sehen, wie 15 Mädchen und Frauen eine dreijährige Lehre zur Schneiderin machen. Das Gebäude – nun auch mit sanitären Anlagen – ist super und bietet Möglichkeiten für noch mehr Ausbildungsplätze, vorausgesetzt, dass eine zweite Fachfrau gefunden wird, die wir bezahlen können.

Auf dem Weg trafen wir eines der Kinder, das nach dem Tod der Mutter dank unserer Unterstützung mit Trockenmilch überlebt hat und sich seines Lebens freut. Auch wirklich arme Kranke, die nur leben, weil wir die Medikamente für sie bereitstellen, hat uns Zacharia, der das Medikamentendepot verwaltet, vorgestellt. Für viele Menschen geht es ums Überleben.

Ein kurzer Besuch im Computerzentrum hat uns gezeigt, dass alle Geräte, die wir gebracht haben, von ganz verschiedenen Menschen bedient werden: von Lehrern über Patenkinder bis hin zu interessierten Erwachsenen. In diesem Jahr haben wir vier Patenkinder, die studieren, mit überholten Laptops beschenkt. Was in dem Zentrum fehlt, ist ein Drucker mit Kopierer.

Madame Bado, die das Waisenhausprojekt angeregt und organisiert hat, ist als Frau des evangelischen Pastors für uns ein Glücksfall. Bei ihr wird gewebt, es werden Schweine und Hühner gezüchtet. Sie sorgt sich um behinderte Kinder, hat selbst ein Waisenkind aufgenommen und kümmert sich nebenbei um ihre Bienen. Wir besprachen die weiteren baulichen Schritte für das Waisenhaus. Die Bauten sind verputzt, die Leitungen für Solarstrom gelegt, Fenster und Türen aus Stahl eingebaut. Was jetzt ansteht, ist die Deckenverschalung, aufs Dach kommen dann Solarpanelen. Jedes Gebäude hat einen Trinkwasseranschluss. Duschen und Toiletten sind fertiggestellt. Nun hängt alles von unserer Finanzierung ab.

Mehr lesen Sie am Samstag, 6. April, in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.