Birkenfeld-Gräfenhausen. Ein altes Sprichwort sagt: „Tradition, das ist die Weitergabe der Flamme, nicht der Asche.“ Die Kelterfreunde Gräfenhausen/Obernhausen haben sich dieses Motto zum Ziel gesetzt, ihr Erbe aus alter Zeit, die historische Kelter als solche und das Weinmachen wie früher üblich zu erhalten und das Wissen weiterzugeben. So wurde nun im Birkenfelder Ortsteil im historischen Keltergebäude wieder die alte Tradition lebendig: Das Traubenpressen mit dem original erhalten gebliebenen Kelterbaum, einem tonnenschweren Eichenbalken, der um das Jahr 1560 für diesen Zweck hergestellt wurde, hat wieder hervorragend funktioniert.
Es waren rund 2000 Kilogramm Schwarzriesling-Trauben vom Keulebuckel, die zu Rebensaft verarbeitet wurden und so in entsprechende Behälter kamen. Diese Behälter gingen inzwischen zur Affentaler Winzergenossenschaft, wo der Rebensaft aufgrund der Jahrgangsqualität zu einem vorzüglichen Rotwein ausgebaut und dann im kommenden Frühjahr in den Verkauf gebracht wird. Aus den Restbeständen des ausgepressten Fruchtfleisches wird ein Tresterschnaps gebrannt.
Die Kelterfreunde, ein Zusammenschluss von heimatgeschichtlich interessierten Idealisten, hatten vor einigen Jahren die große alte Baumkelter restauriert und wieder nutzbar gemacht. So konnte schon mehrmals – je nach Jahrgang – mit viel Engagement und Tatkraft die alte Tradition gepflegt werden. Gräfenhausen war in der Zeit zwischen dem 16. und dem 18. Jahrhundert eine große Weinbaugemeinde, in der auf einer Rebfläche von 50 bis 70 Hektar stets ein guter Wein produziert und in die ganze Umgebung verkauft wurde. Um den Ort gibt es derzeit nur noch kleinere Rebflächen. Daher dürfen die Kelterfreunde immer mal wieder im benachbarten Ellmendingen Schwarzriesling-Trauben vom Keulebuckel lesen.

