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Die Tage des „Treff 3000“ an der Neuenbürger Bahnhofstraße sind offenbar gezählt. Betreiber Edeka hat seinen Rückzug angekündigt. Foto: Hepfer
Die Tage des „Treff 3000“ an der Neuenbürger Bahnhofstraße sind offenbar gezählt. Betreiber Edeka hat seinen Rückzug angekündigt. Foto: Hepfer
23.09.2015

Treff 3000 schließt: Versorgungslücke in Neuenbürg

Die leerstehenden Gebäude in der Neuenbürger Kernstadt bereiten der Verwaltung schon länger Kopfzerbrechen. Nun schließt zum 2. Oktober mit dem „Treff 3000“ auch noch der einzige Lebensmittelmarkt in Reichweite. Kein Wunder, dass auf der jüngsten Gemeinderatssitzung viele besorgte Bürger zu Gast waren.

Eine Lösung für das Versorgungsproblem konnte den Zuhörern allerdings noch nicht präsentiert werden. Gespräche mit der Stadtverwaltung um Bürgermeister Horst Martin, dem Handelskonzern Edeka, der den Markt betreibt, und dem Eigentümer des Gebäudes haben bereits stattgefunden. Die Ergebnisse wurden aber noch nicht publik gemacht, sondern lediglich im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung diskutiert. Momentan deutet vieles auf eine Übergangslösung hin. Denn der Pachtvertrag des Edeka-Konzerns für die Immobilie in der Bahnhofstraße 52 läuft noch bis zum 31. Dezember 2016.

Wie Martin durchblicken ließ, besteht zumindest die Möglichkeit, dass der Einkaufsmarkt für eine gewisse Zeit auch über den 2. Oktober weitergeführt wird. „Es wäre aber nur eine Galgenfrist“, betonte der Neuenbürger Verwaltungschef und empfahl zunächst einmal die Frage zu klären, wo ein neuer Markt entstehen solle. Denn die Räumlichkeiten seien überschaubar. Laut Betreiber ist das Problem des „Treff 3000“, dass dort zu geringe Umsätze erzielt werden und der Markt pro Jahr ein Defizit im hohen fünfstelligen Bereich verzeichnet. „Das liegt an der fehlenden Kaufkraft in der Innenstadt. Verantwortlich sind die Konsumenten. Die Stadt kann da nicht viel tun“, meinte Matthias Schaubel (UWV). Unterstützung erhielt er von seinem Fraktionskollegen Alfred Gerwig, der an einen ähnlichen Fall in Dennach erinnerte.Stadtrat Heinz Faaß echauffierte sich darüber, dass Bürger und Rat von der Schließung erst über die Presse erfahren hätten. „Das ist ein Unding und grenzt an Unverschämtheit“, betonte er.

Kerstin Bohn (Grüne Liste) wies derweil darauf hin, dass die Schließung des Marktes vor allem die älteren Einwohner, die nicht mehr gut zu Fuß sind, vor große Probleme stellen würde und empfahl dem Gemeinderat, sich näher mit einem Bürgerbrief der Facebook-Gruppe „Neuenbürg an der Enz“ zu befassen. Darin finden sich Ideen und Anregungen, wie die Schließung des Marktes aufgefangen werden könnte.

Neben einer Bedarfsumfrage in der Kernstadt, wie viele Einwohner auf die Versorgung durch einen Markt im Tal angewiesen sind, ist auch von einer Telefon-„Hotline“ für Bürger die Rede, die Versorgungsprobleme haben. Vorgeschlagen wird in dem Brief auch die Ausweitung des Busverkehrs auf die Wilhelmshöhe, wo sich Einkaufsmärkte befinden, die Gründung eines ehrenamtlichen oder kommerziellen Einkaufs- und Lieferservices sowie die Gründung einer Konsumgesellschaft von Bürgern, um genossenschaftlich einen Markt zu betreiben. Mehr lesen Sie am Donnerstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.