760_0900_134562_ROL_BUeHLWALD_2_.jpg
Ein schöner Ort: Der Bühlwald bei Kieselbronn ist bei Spaziergängern beliebt. Finanziell sieht es dagegen im Forst nicht mehr so rosig aus. Nur 1500 Euro Überschuss will man 2022 erwirtschaften  Foto: Roller 

Trockenjahre wirken auch finanziell nach: Kieselbronner Gemeinderat beschließt Forstwirtschaftsplan

Kieselbronn. Nach wie vor leidet der Wald unter den Auswirkungen des Klimawandels, vor allem unter Hitze- und Trockenschäden. Auch in Kieselbronn. Was Trockenheitsschäden angeht, sei man „noch nicht ganz über den Berg“, sagte Revierförster Bernd Obermeier, als er dem Gemeinderat bei dessen jüngster Sitzung am Mittwochabend den Forstwirtschaftsplan für das kommende Jahr vorstellte.

In diesem stehen den Gesamteinnahmen von knapp 71000 Euro die Ausgaben für den Holzeinschlag, für die Pflege von Kulturen, für die Unterhaltung von Wegen und Erholungseinrichtungen, die Betriebs- und Verwaltungskosten von gut 69000 Euro gegenüber, so dass bei planmäßigem Verlauf ein geringer Überschuss von rund 1500 Euro erwartet wird. Nicht viel, aber immerhin. Denn auch für das kommende Jahr rechnet man damit, dass ein erheblicher Anteil des eingeschlagenen Holzes aus sogenannten Konsolidierungshieben kommt. Das bedeutet, dass Bäume gefällt werden, die an Trockenschäden erkrankt sind. Diese will man nutzen, so lange das noch möglich ist.

„Ein Baum, der genutzt werden kann, sollte auch genutzt werden“, sagte Obermeier. Die Trockenschäden entwerten das Holz, so dass ein relativ hoher Anteil an Brennholz entsteht. Und das erzielt am Markt deutlich geringere Preise als das hochwertigere, sogenannte Submissionsholz. Das Schadholz und der dadurch hohe Anteil der Konsolidierungshiebe führen auch dazu, dass der normale Einschlag reduziert werden muss. Denn der im Forsteinrichtungswerk festgesetzte Jahreshiebsatz soll nicht überschritten werden. Hinzu kommen die erhöhten Verwaltungskosten, für die die Forstreform verantwortlich ist.

Und dann sind da noch gestiegene Kulturkosten durch das Bepflanzen mit Einzelschutz von Kalamitätsflächen und die Umzäunung der Fläche im Bühlwald.

Unter den Trockenheitsschäden leiden laut Obermeier gerade ältere Buchen. Was sich daran zeigt, dass sie dürre Kronenbereiche bekommen. Gerade entlang von Straßen oder stark frequentierten Waldwegen kann das zu einem Problem werden, denn die dürren Kronenäste können laut Obermeier bei jedem Wind abbrechen. Deswegen müssen die gefährdeten Bäume rechtzeitig entfernt werden.

Eine größere Maßnahme wird im Frühjahr an der Straße in Richtung Enzberg fällig, für die sich eine Sperrung nicht vermeiden lässt. „Da müssen wir handeln“, sagte Obermeier: „Mir ist das Risiko zu groß.“ Der Förster rechnet damit, dass die starke Trockenheit 2018 bis 2020 auch in Zukunft noch Auswirkungen haben wird. „Der Wald ist nicht mehr das grüne Sparkässle“, sagte Obermeier, der trotzdem die Hoffnung hegt, dass die Einnahmesituation wieder besser wird. 2021 sei planmäßig verlaufen und der Forst wieder „in Richtung Normalbetrieb“ gekommen, was die Einschlagsituation angeht.