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Überregionale Metalldiebstähle aufgeklärt: Zehn Diebe festgenommen
Überregionale Metalldiebstähle aufgeklärt: Zehn Diebe festgenommen © Polizei
19.07.2012

Überregionale Metalldiebstähle aufgeklärt: Zehn Diebe in Haft

Bei den Ermittlungen gegen organisierte Metalldiebe spricht die Polizei nun von einem großen Erfolg. Das Amtsgericht Mannheim hat gegen zehn Tatverdächtige im Alter von 23 bis 47 Jahren Haftbefehle erlassen. Unter den Verdächtigen ist auch der vermeintliche Drahtzieher der Gruppe, ein 47-Jähriger aus Mühlacker. Das bestätigt der Calwer Polizeisprecher Winfried König auf PZ-Anfrage.

Der Mann aus Mühlacker wurde mit seinen beiden Söhnen im Alter von 26 und 29 Jahren verhaftet. Sie sollen bei der Organisation und Durchführung der Straftaten federführend gewesen sein.

Die Vorwürfe: Den zehn, überwiegend aus Osteuropa stammenden Männern wird vorgeworfen, mindestens 16 Metalldiebstähle begangen zu haben. Die Bande spähte laut Polizei in den Großräumen Mannheim, Karlsruhe, Pforzheim, Baden-Baden, Heilbronn und Stuttgart in Industriegebieten Objekte aus und brach meist noch in derselben Nacht in die ausgewählte Firma ein.

Der entstandene Schaden wird auf mehr als eine halbe Million Euro geschätzt. Nach Erkenntnissen der Polizei wurde die Beute nach den Taten schnell an Hehler im Bereich Karlsruhe und Offenburg gebracht. Mit dem Erlös seien Miete und Lebensunterhalt bestritten und nachweislich drei Fahrzeuge im Wert von etwa 28 000 Euro beschafft worden, die bei den Einbrüchen verwendet wurden. Ein Fahrzeug sei in ein europäisches Land überführt worden. Überweisungen ins Ausland in Höhe von etwa 50 000 Euro kann die Polizei belegen.

Die Ermittlungen: Den Festnahmen der Verdächtigen Anfang Mai und vergangene Woche sind intensive Ermittlungen seit März vorausgegangen. Anlass dazu waren drei Metalldiebstähle im Kreis Calw und etwas später ein Fall in einer Firma im Landkreis Böblingen. Daran waren laut Polizei jeweils mindestens drei bis vier Personen beteiligt, die die Beute mit Lastwagen abtransportierten – Schadenshöhe jeweils zwischen 22 000 Euro und 36 000 Euro.

Daraufhin sei bei der Kriminalpolizei Calw die Ermittlungsgruppe „Metallica“ aus fünf Kriminalbeamten eingerichtet worden, sagt Polizeisprecher König. Die Ermittler arbeiteten eng mit den Kriminalpolizeien in Böblingen und Karlsruhe zusammen. Die Kriminalaußenstelle Bruchsal hatte bereits im Februar einen 24-jährigen in Berlin wohnenden Mann bei einem Einbruchsversuch festgenommen und Zusammenhänge und Fahrzeuge recherchiert. Schnell war von zehn Einbrechern auszugehen. Als Rückzugsraum diente ihnen laut Polizei eine Wohnung in Lahr, von wo sie ihre Einbruchstouren starteten.

Die Festnahmen: Anfang Mai konnte das Mobile Einsatzkommandos der Landespolizeidirektion Karlsruhe einen Tatverdächtigen nahe des Industriegebiets in Mannheim-Neckarau festnehmen, kurz darauf vier weitere Beschuldigte in einem Personenwagen in der Nähe von Karlsruhe. Darunter waren laut Polizeisprecher König auch der Mann aus Mühlacker und seine Söhne. Drei weiteren Tatverdächtigen wurden in ihrem Transporter die Handschellen angelegt, nachdem sie von der Autobahn an der Anschlussstelle Lahr heruntergefahren sind. Bei den Aktionen waren bis zu 40 Polizeibeamte im Einsatz, unter anderem auch Kriminalbeamte der Polizeidirektionen Calw, Böblingen, Pforzheim, Offenburg und der Kriminalaußenstelle Bruchsal. Ein neunter Tatverdächtiger wurde einen Tag später von der Kripo Offenburg in Lahr verhaftet.

Vergangene Woche erfolgte die Wohnungsdurchsuchung eines Mittäters aus dem Raum Bretten, der die Bande an einen Offenburger Hehler vermittelt haben soll. Auch der 40-Jährige sitzt jetzt in Haft. Bei den Durchsuchungen wurden ein Lastwagen, zwei Sprinter und zwei Personenwagen beschlagnahmt. lin/pol

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