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Ukrainischer Fahrer verliert 2000 Liter Tenside - A8 und Umleitungen dicht

Pforzheim/Enzkreis/Nordschwarzwald. Die Sperrung der A8 aufgrund des Auslaufens von Tensiden hatte am Mittwochmorgen massive Auswirkungen auf den Pendlerverkehr. Rund um Pforzheim und den Anschlussstellen der A8 staute sich der Verkehr. 

Pendler waren am Abend darüber gewarnt, dass sich die Streckung über die Nacht ziehen könne. Doch am Mittwochmorgen gab es noch keine Entwarnung durch die Polizei – im Gegenteil. Die Sperrung sollte laut Polizei noch einige Stunden andauern und damit komplett auf den Berufsverkehr treffen. Trotz großer Reinigungsmaßnahmen blieb die Strecke bei Pforzheim am Mittwoch  bis etwa 12 Uhr gesperrt.

Tenside ausgelaufen: A8 über Stunden voll gesperrt
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Tenside ausgelaufen: A8 über Stunden voll gesperrt

Autofahrer, die die Strecke umgehen wollten, stießen auf verstopfte Landstraßen wie zwischen Ispringen und Pforzheim, zwischen Neulingen und der Anschlussstelle an die A8 Pforzheim-Nord oder etwa zwischen Königsbach und Remchingen. Leser berichteten von weiteren Verkehrsbehinderungen. Laut Polizei entstanden auf manchen Nebenstraßen Rückstaus von zwischen neun und zehn Kilometern. 

Auch wer aus dem Westen in Richtung Pforzheim wollte, musste etwas mehr Zeit einplanen: Durch das hohe Verkehrsaufkommen an der Abfahrt West benötigten Autofahrer aus dem Raum Karlsbad 15 Minuten länger, um in die Pforzheimer City zu gelangen.

Was genau passierte am Dienstag?

Zunächst wurde am Dienstag gegen 16.45 Uhr im Bereich der Autobahnanschlussstelle Karlsruhe-Nord auf einem Parkplatz ein Lkw von der Polizei festgestellt worden, aus dessen Auflieger eine schäumende Substanz heraustrat. Umgehend wurde zur weiteren Begutachtung und Bekämpfung die Berufsfeuerwehr Karlsruhe herbeigerufen, die mit rund 30 Kräften anrückten.

Wie sich rasch herausstellte, bestand die Ladung aus mehreren sogenannten IBC-Tanks mit einem Fassungsvermögen von jeweils 1000 Liter, befüllt mit Perlastan L-30. Dabei handelt es sich um ein Tensid zur Verwendung in Flüssigseifen sowie in diversen Industrie-und Haushaltsreinigern. Die Polizei vermutet dass die Behälter aufgrund mangelhafter Ladungssicherung im unteren Bereich beschädigt wurden, sodass sich nahezu die gesamte Menge von 2.000 Liter der Tensid-Flüssigkeit über die zurückgelegte Fahrtstrecke des Lastwagens ergossen.

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Tenside auf der A8: Der Tag danach

Der aus der Ukraine stammende 55 Jahre alte Fahrer des betroffennen Lkws war in Böblingen gestartet und wollte über Karlsruhe weiter in Richtung Norden fahren. So war die Spur von Karlsruhe-Hagsfeld zurück über die rechte Fahrspur der A 5, über das Karlsruher Autobahndreieck hinaus weiter auf der A8 bis zur Anschlussstelle Pforzheim-Ost auf einer Länge von rund 30 Kilometern von den Einsatzkräften festzustellen. Die Flüssigkeit war inzwischen durch den Fahrzeugverkehr zum teil auf die gesamte Fahrbahnbreite verteilt. Aufgrund des in der Nacht  auf Mittwoch zu erwartenden Regens bestand zusätzliche Gefahr für den Verkehr, da bereits geringe Mengen des Stoffes zusammen mit Wasser einen gefährlichen Schmierfilm auf dem Straßenbelag bilden.

Daher musste die A8 am Dienstag aus Sicherheitsgründen ab etwa 19.00 Uhr von der Anschlussstelle Pforzheim-Ost bis zum Karlsruher Dreieck voll gesperrt werden. Auf der A5 bis zur Abfahrt Karlsruhe-Nord musste nur die rechte Fahrspur gesperrt werden.

Dies führte insbesondere am Mittwoch im morgendlichen Berufsverkehr auf der A8 vor allem im Enzkreis zu großen Behinderungen. Der Stau erreichte trotz Ableitung des Verkehrs auf der Autobahn bei Pforzheim-Ost eine Länge von bis zu 13 Kilometern. Trotz des Einsatzes zahlreicher Polizisten der Autobahnpolizei und des Verkehrsüberwachungsdienstes waren auch die Ausweichstrecken schnell überlastet. Erst am Mittwoch um 12 Uhr konnte die letzte Vollsperrung der Autobahn 8 zwischen den Anschlussstellen Pforzheim-West und Karlsbad mit der Freigabe von zwei Fahrspuren wieder aufgehoben werden.

Der dritte Fahrstreifen konnte gegen 13 Uhr freigegeben werden, sodass die Strecke erst zu diesem Zeitpunkt wieder komplett zur Verfügung stand. Personen- oder Sachschäden durch die gefährlichen Straßenverhältnisse sind der Polizei nicht bekannt. An dem betroffenen Lkw wurde die Restmenge der Flüssigkeit von der Feuerwehr abgepumpt. Danach brachte man das Fahrzeug zur Umladung auf ein nahegelegenes Firmengelände.