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Unfall auf Bahngleisen: Vier Menschen verletzt © Günther
Unfall auf Bahngleisen: Vier Menschen verletzt © Günther
05.04.2012

Unfall auf Bahngleisen: Fünf Menschen verletzt

Söllingen. Die Auswirkungen des schweren Bahnunfalls am Donnerstagmorgen gegen 5.50 Uhr auf einem Bahnübergang in Pfinztal-Söllingen sind wesentlich größer als zunächst angenommen wurde. Auch die Zugumleitungen über die Bruchsaler Kurve ziehen sich möglicherweise einige Tage hin.

Bildergalerie: Zug schleift Schwertransporter auf Gleisen 15 Meter mit

Am Donnerstag hielt der Regionalexpress von Karlsruhe nach Stuttgart und umgekehrt weder in Pforzheim noch in Mühlacker. Die Zahl der Leichtverletzten hat sich auf fünf Personen erhöht. Sowohl der Zugfahrer als auch vier Fahrgäste konnten allerdings die Kliniken rasch wieder verlassen. Der Sachschaden beträgt bis zu vier Millionen Euro.

Ðas sagte Fritz Bachholz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe, am Donnerstag um die Mittagszeit der PZ. Die Bergung eines Schwertransporters, der auf seinem Auflieger einen Raupenbagger beförderte und auf den Gleisen von einem Zug erfasst wurde, könne jedoch noch bis in die Abendstunden dauern, schätzte er die Situation ein. Auch der Zug müsse wieder auf die Schienen gehievt werden. „Die Reparatur der Strecke kann Tage dauern“, meinte der Polizeisprecher.

Der Unfall in Pfinztal-Söllingen im Landkreis Karlsruhe hatte sich ereignet, als der Schwertransporter aus Frankfurt/Main versucht hatte, den Bahnübergang zu überqueren. Bei der Suche nach dem Zielort blieb der Lastzug auf dem leicht gewölbten Bahnübergang hängen. Beim Versuch des Lkw-Fahrers, den Anhänger per Hydraulik anzuheben, schlossen sich die Schranken. Der Fahrer des Transporters konnte sich aber noch retten. Fritz Bachholz lobte den Zugfahrer des Regionalexpresses (RE) 19521 von Karlsruhe über Pforzheim nach Stuttgart, der eine Vollbremsung einleitete. Die Polizei, die dem Schwertransport folgte, hatte keine Chance einzugreifen.

Die Auswirkungen auf den Autoverkehr blieben gering. Dagegen kann es unter Umständen noch tagelang zu Änderungen im Bahnverkehr auf der Strecke von Karlsruhe über Remchingen nach Pforzheim und Stuttgart kommen. Ein Busersatzverkehr wurde am Donnerstag aufgenommen. Die Oberleitung muss eventuell teilweise erneuert werden. Merkwürdig dabei ist: Die Bahnstrecke von Söllingen nach Wilferdingen sollte vom 14. bis 23. April wegen Bauarbeiten ohnehin gesperrt werden. Die Frage stellt sich nun, ob die erforderlichen Reparaturarbeiten zusammengefasst werden.

 

Folgende Änderungen ergeben sich derzeit für Banhreisende:

Bahnreisende müssen sich nach dem Unfall in Söllingen voraussichtlich bis Ostersonntag auf längere Fahrzeiten einstellen.
Fernverkehr: Die Intercity-Züge von Karlsruhe über Pforzheim, Mühlacker nach Stuttgart und Nürnberg werden in beiden Richtungen über Bruchsal umgeleitet. Dadurch entfallen die Halte in Pforzheim und Mühlacker, so die Bahn.
Es wird ein Zug-Pendelverkehr Karlsruhe–Pforzheim–Karlsruhe eingerichtet, der die Reisenden der IC- und Regional-Express-Züge (RE) nach oder von Pforzheim aufnimmt.
Regionalverkehr: Die zweistündlichen Interregio-Express-Züge (IRE) zwischen Karlsruhe und Stuttgart werden in beiden Richtungen über Bretten sowie Mühlacker umgeleitet. Der Halt Pforzheim entfällt. Die Fahrzeit verlängert sich jeweils um etwa 12 Minuten. Die zweistündlichen RE-Züge Karlsruhe–Stuttgart verkehren in beiden Richtungen nur im Abschnitt zwischen Pforzheim und Stuttgart und fallen zwischen Karlsruhe und Pforzheim aus.
Die AVG-Stadtbahnen (S 6) entfallen zwischen Wilferdingen und Söllingen und werden dort durch Busse ersetzt. pm

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