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Glück im Unglück: In betrunkenem Zustand hat eine Mutter mit diesem Auto einen Unfall gebaut. Ihre dreijährige Tochter wurde dabei schwer verletzt, saß aber glücklicherweise im Kindersitz, weshalb die Unfallfolgen nicht noch heftiger ausfielen. © Tilo Keller
12.02.2013

Unfall unter Alkohol: Kindersitz rettet Dreijährige

Die Polizei kann teilweise Entwarnung geben: Das dreijährige Kind, das am Montagabend bei einem Unfall auf der L621 zwischen Eisingen und Königsbach-Stein schwer verletzt wurde, hat das Krankenhaus mit seiner Mutter, der 36-jährigen Unfallverursacherin, nach ambulanter Behandlung wieder verlassen können. So vergleichweise leicht davongekommen sind andere Unfallbeteiligte aber nicht.

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Die 36-jährige Opel-Omega-Fahrerin war am Montag um 19.10 Uhr bei der Ausfahrt aus einer Parkbucht der L621 mit einem vorbeifahrenden Taxi zusammengeprallt. Sie hatte einen Blutalkoholgehalt von mehr als einem Promille. Alkoholisierte Eltern am Steuer? „Das passiert nicht so oft“, erklärt Polizeisprecher Frank Otruba. Immerhin sei die Dreijährige ordnungsgemäß auf einem Kindersitz angeschnallt gewesen. Gleichwohl sei das Verhalten der Fahrerin in mehrfacher Hinsicht unverantwortlich gewesen.

Auf die betrunkene Mutter kommt jetzt einiges zu, von den Vorwürfen von unterschiedlichen Seiten einmal abgesehen: Anzeigen wegen Straßenverkehrsgefährdung, fahrlässiger Körperverletzungen und Trunkenheit im Verkehr, dann die Schadensregulierung und eventuell wird sich auch das Jugendamt im Verlauf des Verfahrens mit der Mutter in Verbindung setzen. Den Führerschein hat sie bereits abgegeben.

Bei dem folgenreichen Aufprall wurde im Opel Omega auch noch eine 41-jährige Mitfahrerin verletzt. Im Mercedes-Taxi wurden der 49-jährige Fahrer und ein 21-jähriger weiblicher Fahrgast in Mitleidenschaft gezogen. Alle Beteiligten mussten ins Krankenhaus gebracht und ärztlich behandelt werden. Die Mutter und ihr dreijähriges Kind haben die Klinik wieder verlassen. Nach Erkenntnissen der Polizei befanden sich am Dienstag noch die 41-jährige Opel-Mitfahrerin und die 21-Jährige aus dem Taxi in stationärer Behandlung.

Unabhängig vom schweren Unfall unter Alkohol am Montagabend auf der L621 haben sich die Verkehrsteilnehmer nach Einschätzung der Polizeidirektion Pforzheim zur Faschingszeit einsichtig gezeigt. Bei drei Schwerpunktkontrollen am Rosenmontag an der Pforzheimer Straße in Ersingen, an der Pforzheimer Kelterstraße und in Mühlacker, unter anderem an der Bahnhofstraße, musste keinem kontrollierten Fahrer der Führerschein abgenommen werden. Lediglich bei der Kontrolle in Ersingen musste einem Fahrer mit 0,4 Promille sicherheitshalber die Weiterfahrt untersagt werden. Allerdings gab es bei einer Kontrolle in Knittlingen einen schweren Zwischenfall. Dort leistete sich ein junger Rollerfahrer mit der Polizei eine Verfolgungsjagd, die allerdings kein zufriedenstellendes Ende für ihn fand.