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Im Ispringer Rathaus klingelt zur Zeit öfter als sonst das Telefon. Ein lose in Briefkästen geworfenes DinA4-Blatt mutet wie ein offizielles Schreiben der Gemeinde an, ist aber eine reine Falschmeldung, die von unrichtigen Ausweisdokumenten fabuliert.
Im Ispringer Rathaus klingelt zur Zeit öfter als sonst das Telefon. Ein lose in Briefkästen geworfenes DinA4-Blatt mutet wie ein offizielles Schreiben der Gemeinde an, ist aber eine reine Falschmeldung, die von unrichtigen Ausweisdokumenten fabuliert. © Rudolf Stricker
12.09.2017

Ungültige Ausweise? Ispringer in Sorge um ein gefälschtes Schreiben

Ispringen. Seit Freitagvormittag klingelt ist es deutlich öfter im Ispringer Rathaus als sonst. Zahlreiche besorgte Bürger versuchen Auskunft zu erlangen, ob ihr Personalausweis und ihr Reisepass gültig sind. Der Grund: Im Ort wurden halbwegs amtlich anmutende Zettel verteilt, die von unrichtigen Eintragungen in den Ausweisdokumenten fabulieren. Der Fakt: Alles nur eine ärgerliche Fälschung, so Ispringens Hauptamtsleiter Thomas Ruppender.

„Leider wurden in den vergangenen Jahren einige wichtige Dokumente bundesweit falsch ausgestellt. Der Bundespersonalausweis/Reisepass entspricht nicht dem gesetzlichen Muster und stellt daher ein ungültiges Dokument dar“, heißt es in dem DinA4-Blatt, das ein gewisses nüchternes Amtsdeutsch kopiert und Kontaktnummern und Öffnungszeiten des Rathauses aufführt. Falsch sei in den Ausweispapieren die Angabe „Deutsch“ unter der Rubrik „Staatsangehörigkeit“. Hier müsste „Bundesrepublik Deutschland“ stehen. „Ein Fake“, klärt Ruppender auf. Das ohne Umschlag, ohne Logo oder Wappen in die Briefkästen geworfene Schreiben entbehre jeglicher Grundlage. Der Inhalt lasse ein bisschen an die Vorstellungen der Reichsbürger denken, aber die Autorenschaft sei unbekannt.

Seit Freitagvormittag würden Ispringer Bürger im Rathaus anrufen. Schließlich steht in dem Schreiben, dass man „gesetzlich verpflichtet“ sei, „dieses falsche Dokument sofort berichtigen zu lassen“ und man „einen kostenlosen Ersatz“ innerhalb der nächsten 14 Tage im Ispringer Rathaus erhalte. „Die Leute sind verunsichert“, berichtet der Hauptamtsleiter. „50 Anrufe plus x“ habe es bis zum frühen Dienstagmorgen gegeben. Es könnten noch mehr geben, denn anscheinend wurden diese Blätter auch noch am Montag verteilt.

Man habe zwar von der Gemeinde aus die Polizei auf ein Paar mit einem Kind aufmerksam gemacht, so Ruppender, doch eine Personenkontrolle einer Streifenwagenbesatzung des Polizeireviers Nord habe, so ein Polizeisprecher, nichts strafrechtlich Verwertbares ergeben. Gut möglich also, dass auch in dieser Woche noch weitere Falschmeldungen in Ispringer Briefkästen flattern.