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Ist er‘s oder nicht? Im Juni 2018 läuft ein Wolf über eine Wiese an einem Waldrand bei Forbach und wird von einer Wildkamera fotografiert. Eine genetische Zuordnung war in diesem Zusammenhang nicht möglich, also bleibt offen, ob der damals abgelichtete Wolf tatsächlich GW852m ist.  Foto: Walz/Umweltministerium/dpa 

Unser Wolf braucht einen Namen, deshalb fragt die PZ: Wie soll „GW852m“ in Zukunft heißen?

Nordschwarzwald. Ein Rüde lebt nun bereits seit mindestens zwei Jahren im Nordschwarzwald. Höchste Zeit, ihm einen Namen zu geben, denn derzeit heißt er offiziell noch „GW852m“. Machen Sie mit, liebe Leser.

Wer gerne vor der eigenen Haustür wandert, ist vielleicht auch schon einmal an der Wolfsgrube vorbeigekommen. Im Wald bei Hohenwart ist eine eingezäunte Vertiefung zu sehen, wie sie wohl ums Jahr 1600 von Menschen gebaut worden ist. Mehrere Meter tief ist die Fallgrube und mit Steinen ausgekleidet. Da hinein wurde ein Schaf oder ein Ferkel gesteckt, das Loch mit Reisig abgedeckt und Fleischköder darauf ausgelegt. Angelockt von Geruch und Lauten wurden die gefürchteten Räuber und Nahrungskonkurrenten so gefangen. Vor rund 170 Jahren sollen in der Region die letzen Wölfe erlegt worden sein.

Und nun ist wieder einer da. Ein Rüde. Offiziell heißt er GW852m – eine sperrige Bezeichnung, die wir in der PZ gerne zugunsten eines richtigen Namens außen vor lassen würden. Die Abkürzung GW852m steht für „Grauwolf 852 männlich“. Die Zahl drückt nicht die Anzahl der in Deutschland lebenden Wölfe aus, betont Felix Böcker von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg in Freiburg, sondern es handelt sich um den 852. Wolf, der genetisch individuell erfasst wurde, bildet also eine fortlaufende Zahlenreihe zur Identifizierung.

Festgehalten sei: Wir wollen den Wolf mit einer Namensgebung weder glorifizieren noch Ängste schüren. Aber: Isegrim bewegt. Nicht zuletzt in Märchen, die wir bereits unseren Kindern vorlesen, spielt er eine tragende Rolle. Dabei geht es in alten Sagen genau wie in der heutigen Zeit um ambivalente Gefühle, die große Raubtiere bei uns Menschen auslösen. Auf der einen Seite steht in der Gegenwart die Schutzwürdigkeit des Wolfes, auf der anderen Seite die Auswirkungen durch sein Jagdverhalten – in erster Linie gilt diese Bedrohung hierzulande Weidetieren. Zäune oder Herdenschutzhunde sieht das Land Baden-Württemberg hier als Mittel der Wahl. Man macht sich Gedanken um den Wolf, setzt sich auseinander mit ihm, beobachtet den Rüden – also verdient er auch einen Namen.

Wie soll er heißen, der erste heimisch gewordene Wolf im Nordschwarzwald seit so langer Zeit? Schreiben Sie uns an die Mailadresse region@pz-news.de und mit dem Betreff Wolf, wie Sie GW852m lieber nennen würden.

Nadine Schmid

Nadine Schmid

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