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Ortsdurchfahrt mit Tempo 30 in Keltern: Das Display zeigt an, dass sich nicht alle an die Lärmschutz-Regelung halten. Auf der selben Strecke gilt zwei Ecken weiter Tempo 30 nur zwischen 22 und 6 Uhr. Foto: PZ-Archiv
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Ortsdurchfahrt mit Tempo 30 in Keltern: Zwei Ecken weiter gilt Tempo 30 durchgängig, dann gilt die Begrenzung, wie hier auf dem Bild, nur zwischen 22 und 6 Uhr. Foto: PZ-Archiv

Viel Lärm um Aktionspläne: Was hilft wirklich?

Enzkreis. Immer nur Tempo 30 gegen den Lärm? Der FDP-Parlamentarier Erik Schweickert lenkt den Blick auf alle Optionen. Auch müssten in Verbindung mit dem Lärmaspekt die Sicherheitsaspekte eine größere Berücksichtigung finden.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Erik Schweickert mahnt Kreativität an und kritisiert, dass am Ende eines Lärmaktionsplans oftmals nur die übliche Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer umgesetzt werde. Wichtig ist es aus Sicht des Abgeordneten allerdings, alle Möglichkeiten voll auszuschöpfen. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) hatte eine Kleine Anfrage des Parlamentariers aus Niefern-Öschelbronn beantwortet. In dem siebenseitigen Schreiben gibt der Minister eine Übersicht über Maßnahmen, die im Zug der Lärmaktionsplanung im Enzkreis bislang umgesetzt worden sind.

Die Maßnahmen im Detail werden im Schreiben von Hermann wie folgt aufgelistet: „Im Rahmen der Lärmsanierung von Straßen wurden in den Gemeinden des Enzkreises von 2012 bis 2018 in acht Ortsdurchfahrten lärmmindernde Fahrbahnbeläge eingebaut sowie 172 Schallschutzfenster, 22 Schalldämmlüfter, 24 Rollladenkastendämmungen sowie zwei Wand- und Dachdämmungen bezuschusst.“ Schweickert hatte insgesamt zehn Fragen an die Landesregierung gerichtet und dabei unter anderem wissen wollen, welche grundsätzlichen Möglichkeiten es für eine Kommune gebe, um wirksam Lärmreduzierung betreiben zu können.

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Der Abgeordnete kritisiert, dass es immer wieder zu Ausschilderungen komme, die sich den Bürgern nicht erschließen würden. Problematisch sei es, wenn Tempo 30 abschnittsweise einschränkend gehandhabt werde, also an einer Stelle generell gelte, kurz darauf aber zeitlich befristet ausgewiesen sei. Das sei an ein und derselben Straße weder den Anliegern noch den Verkehrsteilnehmern zu vermitteln. Oft würden Tempo-30-Abschnitte zu streng an den statistisch ermittelten Lärmwerten ausgerichtet, statt sinnstiftende Verkehrsmarken einzubinden. Ein krasses Beispiel gebe es etwa am Ortseingang von Niefern. Tempo 30 ende wenige Meter vor dem viel genutzten Zebrastreifen zum Schul- und Sportzentrum. Der Abgeordnete würde sich hier eine großzügigere Auslegung seitens des Landratsamts wünschen – und zwar eine, die lärmmindernde und verkehrssichernde Aspekte miteinander verbinde.

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