Pforzheim/Enzkreis. Vier Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus meldet das Gesundheitsamt Enzkreis/Stadt Pforzheim. Am Wochenende sind eine Frau um die 60 und ein Mann Mitte 80 aus Gemeinden im Enzkreis verstorben. Ebenfalls am Wochenende erlag ein Mann Mitte 70 aus Pforzheim einer Covid 19-Erkrankung.
Bereits in der vergangenen Woche verstarb eine Frau Mitte 60 aus Pforzheim in einer Klinik in der Region.
Damit steigt die Zahl der Todesfälle in Pforzheim und dem Enzkreis seit Beginn der Pandemie auf 45, davon 15 aus dem Stadt- und 30 aus dem Kreisgebiet.
Aus dem Kreis Calw (35 Corona-Todesfälle) wurde am Montag kein neuen Todesfall gemeldet. Im Stadt- und Landkreis Karlsruhe blieb es ebenfalls bei den schon gemeldeten 127 Corona-Todesfällen.
In den Intensivstationen werden die betreibbaren Betten knapp
Das Pforzheimer Helios-Klinikum meldet am Montag 27 Patienten auf den IMC-/Intensivstationen, vier davon sind mit dem Coronavirus infiziert und benötigen entsprechende Behandlungen. Das klingt zunächst einmal wenig, aber angesichts von 20 betreibbaren Intensiv- und 12 IMC-Betten ist damit eine Auslastung von 84,4 Prozent gegeben. Wie schnell sehr viele Menschen auf einmal eine medizinische Intensivbehandlung benötigen, hat man bei der ersten Pandemiewelle im Altenheim in Bretten-Neibsheim gesehen, als es dort innerhalb kurzer Zeit weit über 200 Infizierte und mindestens drei Dutzend Corona-Todesfälle gab.
Bei aktuell 5 freien IMC-/Intensivbetten ist jeder einzelne schwere Corona-Fall in der Region schon einer zu viel, denn es wird ja auch weiterhin Patienten mit Herzinfarkt und Schlaganfall oder Schwerverletzte bei Autounfällen geben. Im Helios Klinik Pforzheim schwankten die Zahlen der Corona-Fälle, die in den vergangenen zwei Wochen eine Intensivbehandlung benötigten, zwischen 2 und 6, eine Zahl die sich leicht erhöhen kann, wenn man bedenkt, dass die schweren Fälle der zweiten Pandemie-Welle erst jetzt auftauchen werden. Doch auch die Covid-19-Patienten auf der Normalstation belasten die Arbeit im Klinikum. Hier liegen 209 Patienten ohne positiven Test und 9 Patienten mit dem Coronavirus. Die müssen natürlich entsprechend separiert und von besonders geschütztem Personal gepflegt werden. Das ist nicht nur ein organisatorischer Mehraufwand.


So halten Kliniken in der Region das Coronavirus von anderen Patienten fern
Aktuell befinden sich in den Kliniken im Landkreis Calw 26 Personen, die positiv auf eine Infektion mit dem Coronavirus getestet wurden, in stationärer Behandlung – fünf davon auf der Intensivstation.
Schon seit langem verweisen die Kliniken in Deutschland darauf, dass die Schutzmaßnahmen konsequenter beachtet werden müssen, denn die drohende Überfüllung der Intensivstationen ist keine bloße Drohkulisse, sondern eine konkrete Gefahr, wenn man sich die Zahlen der vergangenen Wochen ansieht.
Pforzheim und der Enzkreis bleiben landesweite Corona-Hotspots
Nach 123 neuen Corona-Fällen am Freitag, 104 am Samstag und 49 am Sonntag meldet das Landesgesundheitsamt am Montag nun 70 Neu-Infizierte für Pforzheim (37) und den Enzkreis (33). Die Neuinfektionsrate bleibt weiter extrem hoch. Pforzheim mit 249,3 Neu-Infizierten pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen hat auch am Montag immer noch den landesweit höchsten Inzidenzwert. Die Neuinfektionsrate von 173,4 für den Enzkreis ist der vierthöchste Wert in Baden-Württemberg. Pforzheim bleibt als der Corona-Hotspot im Südwesten. Der baden-württembergische Durchschnittswert aller 44 Meldekreise liegt bei 135,7 Neu-Infizierten pro 100.000 Einwohnern in den vergangenen sieben Tagen.

Wie sehr die zweite Welle der Corona-Pandemie die PZ-Region getroffen hat, zeigt sich auch an der Anzahl der Akut-Fälle. Bei 1022 Genesenen in Pforzheim und 1371 Genesenen im Enzkreis und nun zusammen 45 Corona-Todesfällen ergeben sich für Stadt- und Landkreis knapp über 900 mit dem Coronavirus infizierte Personen, die noch in Quarantäne oder im Krankenhaus sind. Da konnte man noch im Sommer eine Zahl im unteren zweistelligen Bereich publizieren.


Interaktive Karte: So hoch ist die 7-Tage-Inzidenz in Ihrem Landkreis
Aktuelle Schwerpunkte bei den Corona-Infektionen lassen sich am besten bei der Anzahl der Akut-Fälle erkennen. Hier liegt Mühlacker mit 91 Fällen mit Abstand vorne. Es folgen Remchingen (35 Akut-Fälle), Birkenfeld (33), Keltern (31), Illingenn (28) und Straubenhardt (25). Bei den Corona-Fällen insgesamt hat Mühlacker ebenfalls am meisten vorzuweisen: Die 321 Corona-Infizierte wurden hier gezählt, mehr als doppelt so viel wie in Neuenbürg, das mit 154 Fällen die zweithöchste Infizierten-Anzahl im Enzkreis hat. Relativiert wird das Ergebnis jedoch, wenn man sieht, dass es in der 26.000-Einwohner-Stadt Mühlacker nur 12,3 Corona-Fälle pro 1000 Einwohner gibt, während es in der 8000-Einwohner-Stadt Neuenbürg bereits 18,4 Fälle sind.
86 neue Infektionen im Landkreis Calw
Im Landkreis Calw gibt es 86 neue Infektionen mit dem Coronavirus (SARS-CoV-2). Somit beläuft sich die Neuinfektionsrate pro 100.000 Einwohner in den letzten sieben Tagen für den Landkreis Calw auf rund 149,5, wie das Landratsamt meldet. Besonders hart hat es die Städte Nagold und Calw getroffen, wo es 18 und 11 neue Coronafälle gab. Allerdings umgerechnet auf die Anzahl der Einwohner hat es zum Beispiel Schömberg (9 neue Coronafälle), Dobel (6), Bad Wildbad (9) und Bad Herrenalb (9) wesentlich übler erwischt.

Insgesamt wurden bisher 20.334 Personen getestet, 1.656 Mal gab es ein positives Testergebnis. Vorbei sind jetzt aber ganz eindeutig die Zeiten, in denen die Anzahl der Akut-Fälle sich dem einstelligen Bereich näherten. Inzwischen gibt es im Kreis Calw 416 Personen, die noch in Quarantäne oder im Krankenhaus bleiben müssen. Immerhin: 1205 Infizierte gelten inzwischen als genesen.
Landkreis Karlsruhe mit höherem Inzidenzwert als der Stadtkreis
Aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe werden am Montag (Stand ist Sonntag, 24 Uhr) 167 neue Corona-Fälle gemeldet. Insgesamt gibt es hier nun 5730 Fälle. Bei 3283 Genesenen (plus 117) und 127 Corono-Todesfällen ergeben sich 2320 Akut-Fälle. Das Landesgesundheitsamt meldet einen Inzidenzwert von 162,7 für den Landkreis Karlsruhe und 141,6 für den Stadtkreis.
Immer noch hohe Belegungsrate bei betreibbaren Intensivbetten
Seit der 41. Kalenderwoche steigt die Anzahl übermittelter Fälle in Baden-Württemberg stark an. Insgesamt wurden 102.288 laborbestätigte COVID-19-Fälle aus allen 44 Stadt- und Landkreisen berichtet, darunter 2132 Todesfälle. Die 7-Tage-Inzidenz ist landesweit auf 135,7 pro 100.000 Einwohner leicht gesunken. Alle 44 Stadt- und Landkreise liegen über dem Grenzwert von 50 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner in den letzten 7 Tagen.
Nach Daten des DIVI-Intensivregisters von Krankenhaus-Standorten mit Intensivbetten zur Akutbehandlung sind mit Datenstand vom 9. November, 16 Uhr, genau 343 COVID-19-Fälle in Baden-Württemberg in intensivmedizinischer Behandlung, davon werden 190 (55 Prozent) invasiv beatmet. Insgesamt sind derzeit 2214 Intensivbetten von betreibbaren 3018 Betten (73 Prozent) belegt.


