Amin (hinten von links) mit Baby Yasin und Yousif mit seinen drei Kindern Aya (vorne von links), Yakoob und Ali lernen, wie wichtig die richtige Zahnpflege ist. Dorothee Erhardt (von rechts) von „miteinanderleben“, Sozialdezernentin Katja Kreeb, Mark Stephen Pace von der Firma „Dentaurum“ und Kämpfelbachs Flüchtlingskoordinator Markus Weiß ermöglichen die Gesundheitsvorsorge in der Ersinger Flüchtlingsunterkunft. Foto: Falk
Region
Vorsorge für Zahngesundheit bei Flüchtlingen im Enzkreis
  • Julia Falk

Spätestens im Kindergarten lernen die meisten Kinder in Deutschland, wie wichtig das regelmäßige Zähneputzen ist. Das sei aber leider nicht in allen Ländern so, meint Katja Kreeb, Sozialdezernentin beim Landratsamt Enzkreis. „Die Gesundheit ist ein großes Thema in unserer Flüchtlingsarbeit“, so Kreeb, denn bei ihr gebe es viele kulturelle Unterschiede. Um in Sachen Zahn- und Mundgesundheit rechtzeitig vorzubeugen, haben sich nun das Gesundheitsamt des Enzkreises, die AOK-Krankenversicherung und die Ispringer Dental-Firma „Dentaurum“ zusammengeschlossen.

Vor einem halben Jahr hätten die ersten Gespräche stattgefunden, sagt „Dentaurum“-Geschäftsführer Mark Stephen Pace, seit Anfang Februar läuft das Programm. „Die Zahngesundheit ist ein wichtiges Thema“, meint Pace, „und zusammen können wir viel bewegen.“ Seine Firma kommt für die Kosten der Materialien wie Zahnbürsten und Gebissmodelle auf: „Ich sehe es als humanitäre Pflicht, zu helfen.“

In vier Unterkünften läuft das Projekt schon, neben Ersingen derzeit noch in Wurmberg, Darmsbach und Engelsbrand. Wünschenswert wäre natürlich, das Angebot irgendwann auf alle Enzkreisgemeinden erweitern zu können, meint Kreeb. Rund 1000 Kinder und Jugendliche lebten in Flüchtlingsunterkünften im Enzkreis, so die Sozialdezernentin. Das Angebot soll aber nicht nur für den Nachwuchs, sondern auch für die Erwachsenen gelten. „Die Vorbildfunktion der Eltern ist hierbei ganz entscheidend“, sagt Kämpfelbachs Flüchtlingskoordinator Markus Weiß.

Solange die Asylverfahren laufen, hätten die Flüchtlinge keinen Anspruch auf die prophylaktische Maßnahme, erklärt Kreeb. Deswegen könne die Arbeitsgemeinschaft Zahngesundheit, die in Kindergärten und Schulen aktiv ist, hier nicht mitwirken. Um den Flüchtlingskindern und ihren Eltern das Thema Zahngesundheit dennoch näher bringen zu können, werden sowohl Haupt- als auch Ehrenamtliche vom Zahnarzt des Landratsamtes, Matthias Brunner, geschult.

Das Programm wird dabei nahtlos in den Alltag der Familien integriert, läuft nebenher. Und: „Selbst wenn die Menschen nicht in Deutschland bleiben dürften, können sie etwas für sich mitnehmen“, so Mark Stephen Pace.