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Etwa knietief vergraben war der Leichnam von Simon Paulus in der Nähe des Pforzheimer Wildparks. Die Stelle war wohl mit Ästen abgedeckt. Ob die Polizei die Folie nach ihrer Arbeit hinterlassen hat, ist unklar.  Meyer
Etwa knietief vergraben war der Leichnam von Simon Paulus in der Nähe des Pforzheimer Wildparks. Die Stelle war wohl mit Ästen abgedeckt. Ob die Polizei die Folie nach ihrer Arbeit hinterlassen hat, ist unklar. Meyer
12.10.2018

Was verrät der Fundort? Staatsanwaltschaft schweigt zu Fortschritten im Fall Paulus

Pforzheim/ Birkenfeld-Gräfenhausen. Nur wenige Informationen dringen derzeit im Fall des getöteten Simon Paulus und seiner rund 30 gestohlenen Waffen nach außen. „Die Arbeit der 40-köpfigen Sonderkommission läuft auf Hochtouren“, sagt der Pforzheimer Staatsanwalt Bernhard Ebinger: „Die Ermittlungen werden in alle Richtungen geführt.“ Dem Vernehmen nach ist die Polizei dabei auf einem sehr guten Weg. Offiziell gibt es allerdings keine Angaben dazu, ob die Soko bei der Suche nach Motiv und Tätern sechs Wochen nach dem Verschwinden des Gräfenhauseners und zwei Wochen nach dem Auffinden seines Leichnams schon entscheidend vorangekommen ist.

Eines der großen Rätsel ist nach wie vor der Fundort der Leiche, die im Hagenschieß beim Pforzheimer Wildpark vergraben war. „Es ist mir völlig unerklärlich, warum sich die Täter für dieses äußerst belebte Waldstück entschieden haben“, sagt der Pforzheimer Gemeinderat Wolfgang Schulz, der einer der Jagdpächter in diesem Gebiet ist. Auffälliges habe er aber nicht beobachtet, obwohl er in der Regel „zwei, drei Mal pro Woche“ nahe der betreffenden Stelle vorbeikomme.

Ob am Fundort Spuren gefunden wurden, die zum Täter führen könnten, oder ob der Ort selbst irgendwie mit Paulus oder seinem Umfeld in Verbindung gebracht werden kann, dazu sagt die Staatsanwaltschaft nichts. Offen ist auch weiter die Frage, ob die Tötung des 50-Jährigen – wohl am 29. August, dem Tag seines Verschwindens, wie Blutspuren vor seiner Wohnung vermuten lassen – vorsätzlich geschah, oder ob ein Streit mit Unbekannten, den Zeugen mitbekommen hatten, spontan eskalierte.

Eine zentrale Rolle bei der Suche nach dem Motiv spielen möglicherweise Paulus’ Waffen. Verschwunden ist unter anderem ein AR-15-Gewehr, das sich relativ leicht zu einer vollautomatischen Waffe umrüsten lässt. Er soll Kontakte in Rockerkreise gehabt haben. Denkbar ist aber auch, dass der Diebstahl der Waffen ein Mitnahmeeffekt war, mit dem die Täter von ihrem wahren Motiv ablenken wollten. Bei einer großen Pressekonferenz kurz vor dem Auffinden der Leiche am 2. Oktober hatte die Polizei auch ausführlich vom Paulus’ Privatleben, seinem Auftreten und seinen Beziehungen berichtet.

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