Landwirte bitten Hundebesitzer um Rücksichtnahme, damit das Heu für die Silos nicht verunreinigt wird. Foto: David Ebener, dpa-Archiv
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Welche Gefahren können von Hundekot ausgehen?
  • Peter Marx

Enzkreis. Immer mehr Menschen ärgern sich nicht nur über Hundekot im öffentlichen Raum, sondern auch in ihren Vorgärten und auf ihren Wiesen. Einige macht diese Art von Sorg- und Rücksichtslosigkeit wütend. Und bei einigen rückt die bange Frage in den Vordergrund, wie gefährlich Hundekot eigentlich werden kann.

Die Redaktion hat deshalb beim Verbraucherschutz- und Veterinäramt des Enzkreis-Landratsamts angefragt. Dr. Ulrich Dura sagt, dass von Hundekot gleich für drei Gruppen Gefahren ausgehen können: für Nutztiere wie Rinder, für andere Hunde und nicht zuletzt für den Menschen. Der von Hundekot übertragane Erreger Neospora Caninum könne für Rinder zu einem Problem werden, „insbesondere, weil durch ihn ein Abort ausgelöst werden kann, was zur Folge hat, dass eine Kuh ihr Kalb verliert“, erläutert Dura. Die Überlebensfähigkeit dieses Erregers sei ausgeprägt und es sei sehr schwer zu beurteilen, wie lange dieser einzellige Parasit letztlich aktiv bleiben würden. Auf jeden Fall müsse man Verständnis dafür haben, wenn Landwirte das Schild aufstellten mit dem Hinweis „Auf diesen Wiesen und Feldern werden Nahrungsmittel produziert“.

Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ist der Hund gegenwärtig der einzig bekannte Endwirt. Infizierte Exemplare könnten mit dem Kot die „gefährlichen Parasiteneier bis zu drei Wochen abgeben und somit andere empfängliche Tierarten als Zwischenwirte anstecken. Als natürliche Zwischenwirte seien bislang Rinder, Büffel, Schafe, Ziegen, Pferde, Füchse und auch der Hund selbst bekannt. Dura ergänzt: Zwar sei der Geruchssinn von Rindern deutlich besser als der von Menschen, weshalb die Tiere das optisch einwandfreie Futter im Zweifelsfall verschmähten. Doch verlassen könne man sich darauf nicht. Und für den Tierhalter entstehe auch dann ein wirtschaftlicher Schaden. Dura empfiehlt Landwirten, das Gras entlang von beliebten Hundeausführstrecken nicht zur Futterproduktion zu verwenden. Umgekehrt hält es der Experte für ratsam, Hunde an der Leine zu halten, um Risikofaktoren auszuschalten.

Was mancher Hundebesitzer nicht berücksichtige, sei die durchaus reale Gefahr die von Hundekot für den eigenen Liebling ausgehe. Durch eine Schmierinfektion könnten über das Pfotenlecken zahlreiche Wurmarten in den Körper des Vierbeiners gelangen. Optisch sei das nicht erkennbar. Aus einem Segment von drei Millimetern könne ein mehrere Meter langer Wurm erwachsen. Erkennbar werde das daran, dass der Hund trotz guter Ernährung nach und nach erhebliche Mangelerscheinungen aufweise. Eine Entwurmung sei dann unumgänglich. Dura nennt beispielsweise Band-, Spul-, Haken- und Peitschenwürmer als Problembringer. Weil Hunde heutzutage als Familienmitglieder gelten würden und der Umgang mit ihnen von einer gewissen Sorglosigkeit geprägt sei, werde es besonders dann gefährlich, wenn man den Vierbeiner im Gesicht von Kindern lecken lasse.

Dura macht darauf aufmerksam, dass sich der Mensch über den Hund beispielsweise Echinokokkosen einfangen könne, also auch den gefährlichen Fuchsbandwurm.