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Schweinehaltung auf dem Bauernhof von Ulrich Hauser in Eisingen. Foto: Tilo Keller
Schweinehaltung auf dem Bauernhof von Ulrich Hauser in Eisingen. Foto: Tilo Keller
13.06.2018

„Wenn sie an der Metzgertheke stehen, fragen sie, wo das Fleisch herkommt“

Enzkreis/Eisingen. Zwei Themen sind den Schweinehaltern im Enzkreis wichtig: Grundsätzlich hoffen Sie auf eine optimale regionale Vermarktung ihres Fleischs. Gleichzeitig hoffen sie, dass die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht den Weg in den Enzkreis findet.

Die Grillsaison ist im vollen Gange und wird zur Fußball-WM einen zusätzlichen Aufschwung erleben. Da sind sich alle einig, die sich vor dem Schweinestall von Landwirt Ulrich Hauser in Eisingen getroffen haben, um über regionale Vermarktung und Schweinehaltung im Enzkreis zu sprechen. Neben Landwirt Hauser, der auch Kreisvorsitzender des Bauernverbandes ist, sind Andreas Beier als Vertreter der Fleischerinnung Pforzheim-Enzkreis, Hilde Neidhardt, Dezernentin für Landwirtschaft Forsten und öffentliche Ordnung, Jürgen Krepp, Leiter des Landwirtschaftsamtes, und Ulrich Dura, Leiter des Verbraucherschutz- und Veterinäramtes, zum Pressegespräch gekommen.

Um die Schweine in ihrem Stall zu besuchen, müssen auch die Pressevertreter in Schutzanzüge schlüpfen. Es geht darum, nichts in den Stall hinein oder hinaus zu transportieren, wie etwa die Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP), auch wenn diese noch nicht in Deutschland angekommen ist. „Wir rechnen in Monaten oder Jahren“, sagt Dura. Die Krankheit komme jedes Jahr 70 bis 100 Kilometer weiter, wenn sie allein durch Wildschweine übertragen würde. „Wir sind aber ein Transitland“, erklärt Dura das Problem. Die Ansteckung sei auch über Rohwurst möglich, die aus einem Schweinepestgebiet ins Land komme und achtlos weggeworfen werde.

Die Vertreter von Landratsamt, Fleischerinnung und Bauernverband wollen drauf aufmerksam machen, dass man nicht nur beim Grillen auf lokal produzierte Fleischerzeugnisse achten soll. Damit werden auch die immer weniger werdenden Betriebe in der Region unterstützt. Beier macht darauf aufmerksam, dass der Kunde immer mehr darauf achtet, wo die Produkte herkommen. „Wenn sie an der Metzgertheke stehen, fragen sie, wo das Fleisch herkommt. Und wenn sie keine Antwort bekommen, gehen sie wieder“, empfiehlt er. Er betont, dass in den kleineren Betrieben viel Handarbeit erforderlich ist. „Ich sage immer, wir sind preiswert, also den Preis wert“, betont Beier.

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