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Der Wolf streift durch die Region. Noch ist er ein Einzelgänger. Bei einigen Lesern sorgt seine bloße Existenz für Sorgenfalten. Symbolfoto: dpa-Archiv
Der Wolf streift durch die Region. Noch ist er ein Einzelgänger. Bei einigen Lesern sorgt seine bloße Existenz für Sorgenfalten. Symbolfoto: dpa-Archiv
16.03.2018

Wie soll man mit der Rückkehr des Wolfes umgehen?

Der Wolf ist da, und das Spektrum der Reaktionen ist groß. Kaum ist er in der Region, stellen sich Leser die Frage, wie sie reagieren sollen. Ein Beispiel können sie sich womöglich an Wolfram Golderer nehmen. Er hat einen Biohof mit Schäferei und rät zu einer pragmatischen Sichtweise: Keine bösen Märchen glauben, keine naive Romantik pflegen. Statt dessen: Realitätssinn und etwas Gelassenheit.

Der Wolf ist also angekommen im Enzkreis. Seitdem rufen viele Leser in der PZ-Redaktion an und geben in der Regel mit großer Emotionalität zu erkennen, dass sie den Umgang mit dem Wolf in der Öffentlichkeit, durch Politik, Experten und Medien, kritisch sehen. Die Wolfskritiker halten rein gar nichts von der Rückkehr dieses Tieres.. Die Wolfsfreunde wiederum schreckt bisweilen nicht einmal die Vorstellung, dass künftig ganze Rudel in der Gegend unterwegs sein könnten. Von Panikmache und Wolfshetze ist die Rede.

Gleichwohl gibt es auch Leser, die sich noch kein abschließendes Urteil gebildet haben, wie sie mit der künftigen Koexistenz von Mensch und Wolf umgehen sollen. „Was mache ich, wenn ich im Wald auf einen Wolf treffe?“, lautet die naheliegende Frage vieler Anrufer. Und der Rat der Experten ist so einfach wie klar: nicht auf das Tier zugehen, es nicht provozieren, stehenbleiben und beobachten.

Einer derjenigen, die sich mit dem Wolf beschäftigen und eine sehr differenzierte Meinung zur Rückkehr des Wolfes haben, ist Wolfram Golderer aus Pforzheim. Er betreibt einen Biohof mit Hofladen am nördlichen Grüngürtel Pforzheims. Natürlich müssten passive Sicherheitsmaßnahmen nun verbessert werden. Der Wolf sei schlau genug, sich seine Nahrung nicht mühsam im Wald zu erjagen, wenn er am Forstrand einen aus seiner Sicht gesehen gedeckten Tisch vorfinde und mehr oder minder nach Belieben und ohne großen Aufwand wehrlose Schafe reißen könne. Wenngleich für ihn der Aufwand also steige, müsse aber auch nicht vor dramatischen Gefahren gewarnt werden. Mit gut verankerten und ausreichend hohe Elektrozäunen könne man seine Tiere ausreichend schützen. Natürlich müssten sich Tierhalter nun mit dieser neuen Gefahr beschäftigen. Das gelte auch für Geflügel- und nicht zuletzt für Hundebesitzer.

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